Mehr als nur ein Sprachkurs auf Malta

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2025

Anreise 29.09.2024, Sonntag

Eine Fontäne im Lichtspiel mit Sonne und Wolken

Ich starte in aller Frühe vom Willy-Brand Flughafen unserer Hauptstadt und fliege über Amsterdam und Milan in eines der kleinsten Länder Europas, Malta. Es ist Mittag, der Himmel strahlt in seinem schönsten Blau, aus der Vogelperspektive liegen die Inseln friedlich im ruhigen Mittelmeer. Nur noch schnell meinen Koffer vom Gepäckband schnappen und dann rein ins sommerliche (Sprach-)Abenteuer.

Ich bin die Letzte und das Band läuft 3 Runden leer vor sich hin. NEIIIIIIIN! Bitte nicht! Mist, mein Koffer hast es nicht nach Malta geschafft. Ok, ich starte also mein Abenteurer bereits im Flughafengebäude und gebe eine Vermisstenanzeige beim Luggage Service auf. Wo, wie, was wann? Das Protokoll ist schnell ausgefüllt, aber wann mein Koffer den Weg zu mir findet – nobody knows, we´ll see. Der von der Sprachschule organisierte Fahrer Jimmy wartet geduldig mit einem Namensschild in der Flughafenhalle. Er ist freundlich und versichert mir, dass ich eine tolle Zeit haben werden und mein Gepäck sicher bald ankommt. Relax, it´s summer!

Mein Apartment liegt in einem typischen Wohngebiet mit hügeligen Straßen, die links und rechts von Sandsteinhäusern mit kleinen Balkonen, Bodenfenstern, bunten Erkern und Fenstern gesäumt sind. Es ist Sonntag und ich habe Zeit den Weg zur Sprachschule zu erkunden sowie einige Besorgungen zu machen, denn ich benötige ja zumindest eine minimale Ausstattung an Hygieneartikeln und Kleidung. Ich mache mich auf den Weg durch die warme Nachmittagssonne und erreiche nach ca. 25min Fußmarsch das wunderschöne Valetta, die zweitkleinste Hauptstadt Europas mit gerade einmal knapp 6.000 Einwohner:innen.

Ich schlendere durch Parks, bestaune Brunnen, pittoreske Häuser, beeindruckende Kirchen und Bauwerken. In einem Café trinke ich Kaffee und höre „tausend“ Zungen, Italienisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und natürlich Maltesisch. Maltesisch ist aus einem arabischen Dialektentstanden und eine Mischung aus Arabisch, Englisch und Italienisch. Ich nehme die Fähre nach Sliema, lasse mir den warmen Wind um die Nase wehen und machenotgedrungen einige Erledigungen. Am Abend esse ich in einem asiatisch-arabischen Restaurant und falle ziemlich erschöpft in mein Bett. Tipp! Unbedingt einem Adapter für unsere Stecker mitnehmen.

30.09.2024, Montag

Straßenkunst auf Malta

Am nächsten Morgen beginnt mein Unterricht pünktlich 09:00 Uhr in der B2+ Englisch-Klasse mit insgesamt 9 Personen, die aus China, Norwegen, Brasilien, Polen und Deutschland kommen. Eine tolle Mischung! Unser Lehrer Emmet kommt aus Irland und ist mit einer Iranerin verheiratet. Multikulti in seiner Reinform, Wunderbar!!! Der Unterricht ist sehr kommunikativ angelegt, alle sind motiviert. Wir bearbeiten in Kleingruppen verschiedene Aufgaben zum Thema Reparieren und D.I.Y. (Do It Yourself). Wir sprechen über Erfahrungen, notieren neue Vokabeln und Redemittel. Der Kursraum ist klein, aber mit einer modernen digitalen Tafel ausgestattet. Ich genieße den Perspektivwechsel wieder als Schülerin und nicht als Lehrerin oder Leitungsperson agieren zu müssen.

Die Kursteilnehmenden wollen ihr Englisch aus unterschiedlichen Gründen verbessern. Einige möchten reisen, weil sie im Ruhestand sind, eine Person ist nach Malta ausgewandert, eine andere möchte ihre Sprechangst überwinden – aber eines haben wir alle gemeinsam: Die Lust und Neugier auf Neues! Die Zeit verfliegt und bald schon ist Mittag. Nach einer kurzen Pause belege ich das Ausdrückliche Konversationstraining mit insgesamt 7 Personen im Alter zwischen 18 und 62, wieder sind es unterschiedliche Nationen, die aufeinanderstoßen und auch generationsübergreifend funktioniert offensichtlich wunderbar. Mit Hilfe von Impulsfragen zum Thema Traveling lernen wir uns besser kennen und müssen im Anschluss in Kleingruppen den perfekten Urlaubsort ersinnen. Unsere Gruppe kreiert eine Stadt mit dem Namen „Parkadis“- eine Mischung aus Park und Paradies. Hier gibt es eine Parkanlage mit Bäumen, Wasserläufen, Hausbooten und Baumhäusern in 4 thematische Bereiche aufgeteilt. Wer Lust hat geht tanzen und/oder hört handgemachte Livemusik, wer lieber relaxen möchte hängt sich in eine Matte oder macht Yoga, für alle jene, die Hunger haben gibt es internationale Restaurants und wer Lust auf Aktivitäten hat, kann sich im 4. Bereich des „Parkadises“ künstlerisch-kreativen Angeboten widmen. Unsere Idee wird am Ende der Aufgabe von unserem Lehrer Cristian zur Gewinneridee gekürt. Yea!

Nach dem Unterricht setze ich mich in eines der vielen Treppencafés, schaue durch die Häuserschlucht auf das Wasser und schreibe meinen Blog. Später gehe in die historische Markthalle und nehme ein frühes Abendessen ein. Puff Lernen macht ganz schön müde. Mein Koffer ist noch nicht angekommen.

Sind Sie gespannt, welche Orte unsere Teilnehmerin noch erkundet? Kommt ihr Koffer noch an oder ist für immer verschwunden wie die Atlantis? Dann lesen Sie in Ihrem Reisetagebuch unten weiter.

Fotos: J. Wenschuh, Kreisvolkshochschule Mansfeld-Südharz e.V.

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