Französische Inspiration in Annecy

Vom 
20
.
03
.
2026

Ich habe mich entschieden, erneut eine einwöchige Sprachreise nach Annecy zu machen und war sehr erfreut zu erfahren, dass diese immer noch von der EU über das Erasmus+ Projekt gefördert wird. Am 11. Mai 2025 ging es mit dem Auto knapp 1000 km nach Annecy. Unterwegs war das Wetter wunderbar, doch die Berge, zwischen denen Annecy liegt, empfingen mich mit Gewitter und Regen. Nach einer langen Fahrt erreichte ich die Unterkunft, die ich schon vom letzten Mal kannte.

12. Mai 2025

Anders als bei meinem letzten Aufenthalt hatte ich von der Sprachschule bereits am Freitag vor Reiseantritt meinen Stundenplan für die kommende Woche erhalten.
Am Montagvormittag hatte ich Zeit, in einen nahe gelegenen Supermarkt zufahren, um Lebensmittel zu kaufen. Danach machte ich mich auf den Weg zur Sprachschule.

Im Rahmen des ersten Unterrichtsblocks (Atelier) lernte ich Studenten aus verschiedenen Ländern kennen. Zunächst hatten wir Gelegenheit, uns in kleineren Gruppen kennenzulernen. Die folgende Aufgabe zu den verschiedenen Zeitformen werde ich auch in meinem eigenen Unterricht einsetzen können. Nach der Pause wechselte ich den Klassenraum und kam zu „meiner“ Klasse. Auch hier waren Schüler unterschiedlicher Herkunft und Alters. Wiederum in Gruppen konnten wir verschiedene Aufgaben bearbeiten. Für den ersten Tag war es anstrengend, aber auch schön und lehrreich.

13. Mai 2025

Der Unterricht begann mit meiner Klasse. Auf dem Programm stand zunächst „lavoix passive“, die passive Stimme. Dieses Thema werde ich in meinem eigenen Unterricht ansprechen. Danach gab es zwei Übungen zum Hörverstehen zu zwei aktuellen Themen. Ich habe mir vorgenommen, für meine Schüler geeignete Hörverstehenstexte zu aktuellen Themen herauszusuchen.
Im nächsten Unterrichtsblock (Atelier) ging es um das Thema „pronociation“ = Aussprache. Hier konnten wir wieder mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten. Zuletzt spielten wir Tabu. Ein Spiel, bei dem man Wörter erklären muss. Seit meinem letzten Aufenthalt in der Sprachschule in Annecy nutze ich dieses Spiel bereits in meinem Unterricht. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, die Schüler zum Sprechen zu animier en und verschiedene Vokabeln zu nutzen.


Nach dem Unterricht ging ich zum ersten Mal in die Stadt. Die kleinen Gassen und Straßen entlang des Kanals sind wirklich sehenswert. Der Lac d'Annecy glänzte herrlich im Sonnenschein. Ich setzte mich in ein Café, besuchte einen Laden in dem es ausschließlich Bandes dessinées gibt (Comics) und schlenderte noch ein bisschen durch die Stadt. Für 17.45 Uhr war, initiiert von der Sprachschule, ein Apéritif in der Bar Au bureau vorgesehen und ich schaute vorbei, um auch außerhalb des Sprachunterrichts Französisch zu sprechen. Zum Glück traf ich dort eine Gruppe älterer Damen aus den USA, die ebenfalls am IFAlpes einen Sprachkurs absolvierten und die trotz ihrer gemeinsamen Muttersprache die ganze Zeit Französisch miteinander gesprochen haben. Eine der Damen hatte sogar 14 Jahre in Frankreich gelebt und sprach sehr gut Französisch. Mit ihr konnte ich mich gut austauschen. Als alle zum Abendessen aufbrachen, verabschiedete auch ich mich und kehrte zurück in meine Unterkunft.

14. Mai 2025

Den freien Vormittag nutzte ich für einen Ausflug zu den Gorges du Fier. Die Schlucht liegt nur wenige Kilometer östlich von Annecy. Zwar kostet der Besuch der Gorges du Fier Eintritt, aber es war absolut lohnenswert. Weder die Fotos noch meine Worte können die Schönheit dieses Ortes beschreiben. Ein schmaler von Menschen gebauter Steg führt entlang riesiger Felsen, zwischen denen der Fluss entlangfließt, der sich in manchen Jahren zu einem gewaltigen Strom entwickelt und über Jahrtausende diese Kluft zwischen den Felsen gebildet hat. An den Felsen und am oberen Rand der Schlucht wachsen Bäume und Pflanzen. Es ist Mai-alles grünt und blüht. Es ist überwältigend.
Bevor ich zum Parkplatz zurückkehrte, machte ich noch einen Abstecher zum nahegelegenen Schloss Montrottier. Dieses konnte ich jedoch nur fotografieren, für einen Besuch fehlte mir die Zeit.
Nach einem kleinen Mittagessen in der Unterkunft fuhr ich in die Sprachschule. Im Gruppenunterricht war dort zunächst das Thema „les langues“. Wir erhielten ein Arbeitsblatt, das zum Nachdenken und Sprechen über die Sprache anregte und das ich in meinem eigenen Unterricht einsetzen kann. Im Anschluss folgte eine einfachere Übung zur indirekten Rede, die ich ebenfalls nutzen kann. Zuletzt lasen wir einen französischen Artikel über die Wahl des Nachnamens im Zusammenhang mit einer Hochzeit.

Nachdem ich mir bei einem Bäcker ein Baguette gekauft hatte freute mich auf einen gemütlichen Abend mit französischem Fernsehen in der Unterkunft.

15. Mai 2025

Im Gruppenkurs haben wir das Thema Hochzeit fortgesetzt und dann noch über die Herkunft von Familiennamen gesprochen. Danach galt es, zu bestimmten Wörtern Synonyme zu finden. Das ist eine gute Übung, weil es hilft, Wörter besser zu beschreiben, falls man die gesuchte Vokabel gerade nicht parat hat. Anschließend gab es ein Diktat. Auch das könnte ich in meinem Unterricht angepasst auf das Sprachniveau der Schüler durchführen.
Im Atelier gab es ein kleines Quiz zum Thema Kunst. Die dafür verwendete Internetseite, die kahoot.it heißt, kannte ich bis dahin nicht. Auch das ist ein schönes Mittel, das man im Unterricht einsetzen kann. Am Ende der Stunde haben wir französische Zungenbrecher gemacht - auch eine tolle Idee!
14 Uhr hatte ich den ersten Einzelunterricht mit Marion. Der Fokus lag auf dem Sprechen. Es war aber auch eine grammatische Übung dabei. Marion wies mich auf eine Internetseite hin, auf der verschiedene Übungen in den verschiedenen Sprachniveaus zu finden sind - Sehr gewinnbringend für meinem Unterricht. Nach dem Unterricht lief ich ein bisschen durch die Stadt, um die Zeit bis zum Beginn des Kinofilms zu überbrücken, den ich mir anschauen wollte. 16.30 Uhr ging ich ins Kino Les 4 Nemours, das ich bereits von meinem letzten Aufenthalt in Annecy kannte. Der Film hieß „Partirun jour“, war gut verständlich und hat mir sehr gut gefallen, obgleich er mit Gesangseinlagen war. Anschließend kehrte ich in meinen Unterkunft zurück. Es war ein langer und anstrengender Tag.

16. Mai 2025

Der Einzelunterricht mit Marion begann 10.30 Uhr. Die erste Aufgabe war, aus einem Stapel mit Kärtchen mit verschiedenen Aussagen zu verschiedenen Themen eine oder mehrere Aussagen auszusuchen und seine Meinung dazu zu sagen. Das ist eine gute Übung, erfordert jedoch einige Sprachkenntnisse, so dass eine solche Übung erst ab einem bestimmten Sprachniveau zur Anwendung kommen kann. Im weiteren Verlauf musste ich in einer schriftlichen Übung Paronyme unterscheiden. Der Unterricht ging leider sehr schnell zu Ende. In der Mittagspause fuhr ich an den Lac d`Annecy und aß dort bei herrlichstem Sonnenschein mein Mittagessen. Gegen 14 Uhr kehrte ich zur Schule zurück, um den letzten Teil des Unterrichtes zu absolvieren. Thema war zunächst ein Gedicht von Viktor Hugo, das wir hinsichtlich der sprachlichen Mittel untersuchten und zuletzt gemeinsam laut vortrugen. Danach arbeiteten wir mit einer Übungskopie. Zum Schluss sollten wir uns anhand eines Textes darüber Gedanken machen, ob 20 das beste Alter ist. Dann war leider die Zeit in der Sprachschule schon vorbei. Ich verabschiedete mich von den Mitschülern und dem Lehrer, erhielt mein Zertifikat und fuhr zurück zu meiner Unterkunft, um die Sachen für die Abreise am nächsten Tag zupacken.

17. Mai 2025

Nach dem Frühstück und dem Verstauen der Sachen im Auto verließ ich etwa 9.15 Uhr die Unterkunft, tankte und machte mich über die Schweiz auf den langen Rückweg nach Hause. Die Zeit in Annecy ist mal wieder viel zu schnell vergangen.

Downloads