Erasmus+ Mobilitäten - "Horizonte erweitern - International denken"

Erfahrungsberichte der Teilnehmenden aus Phase I & II

'Teaching Business English' Kurs in Malta - Januar 2020

Avatar of Balge, ConstanceBalge, Constance - 09. Februar 2020 - Erasmus+ Mobilitäten

Samstag, 04.01.2020

Am späten Nachmittag bin ich in Malta angekommen. Vom Flughafen ging es mit dem Shuttle Taxi zum Hotel in St. Julian's. Aus der Luft sah Malta klein, aber sehr schön aus. Dieser Eindruck änderte sich aber auf dem Weg ins Hotel. Die Häuser sind dicht gedrängt, enge Straßen und alles sah dreckig und auch heruntergekommen aus. Ich war nicht gerade begeistert, um es positiv auszudrücken.

Zu Abend gegessen habe ich im Hotel. Das Essen war gut, wenn auch nicht typisch maltesisch. Da St. Julian's gleich neben dem Partyviertel Paceville liegt, war die Nacht doch sehr laut, trotz Nebensaison. Ich hatte die Wahl. Ruhe und schlechte Luft oder Lärm und etwas bessere Luft. Ich entschied mich für Letzteres.

Was mich am ersten Tag doch etwas irritiert hat war, dass ich dem Land keine bestimmte Sprache zuordnen konnte. Man hörte nicht als erstes Englisch, obwohl das die Amtssprache ist. Es war eher ein Mix aus Italienisch und Arabisch, welche auch großen Einfluss auf die maltesische Sprache hatten und viele Worte einfach übernommen wurden, wie ich später erfuhr. Da lag ich also gar nicht so falsch.

Sonntag, 05.01.2020

Nach einem ausgiebigen englischen! Frühstück im Hotel machte ich mich auf, die Gegend zu erkunden. Als erstes lief ich zum Meer (ca. 100m Luftlinie vom Hotel). Das Wetter war sehr schön. Die Sonne lachte. Das Meer war ruhig und schön anzuschauen. Ein Blick zurück zum Hotel, der krasse Gegensatz. Ein Hotel bzw. Betonklotz neben dem anderen und dazwischen viele viele Baukräne. Nun ja. Danach wollte ich noch den Weg zur Schule erkunden, damit ich am nächsten Tag nicht suchen muss. Das Hotel hatte ich wegen seiner unmittelbaren Nähe zum Institut gewählt (2 Minuten Fußweg), gerade mal um die Ecke. Super.

Auf meiner kleinen Erkundungstour sprach mich ein Mann an. Er verkaufte Tickets für den Hop on Hop off Bus. Spontan entschied ich mich dazu. Er empfahl einen Zwischenstopp in Marsaxlokk, einem bei Touristen und Einheimischen wohl sehr beliebtem Fischerdorf. Sonntags ist dort Markttag mit lokalen Produkten. Das hörte sich gut an. Also los ging's.

Von St. Julian's ging es nach Sliema, dann nach Valletta. Die Städte sind so dicht nebeneinander gebaut, dass man den Übergang gar nicht sieht. Für mich waren es eher Stadtteile als eigenständige Städte. Durch den Audio Guide im Bus erfuhr man viel Wissenswertes. Und ja ich habe als Sprache Englisch ausgewählt. ;-) Die Reise ging weiter nach Valletta. Ich entschied mich im Bus zu bleiben, da vom Institut aus noch ein Ausflug nach Valletta geplant war. Valletta gefiel mir deutlich besser als St. Julian's. Es gab viele alte Gebäude zu bestaunen. Davon auch jede Menge Kirchen. Religion scheint eine wichtige Rolle zu spielen in Malta.

In Marsaxlokk angekommen, stieg ich aus und folgt einfach den Leuten. Wo war denn nun der Markt? Keine Schilder. Ich bog einfach ab zum Wasser und da waren die Marktstände an der Promenade. Glück gehabt. Ich wollte gerne frischen Fisch essen, aber in den wirklich zahlreichen Restaurants entlang der Promenade war kein Tisch zu ergattern. Mir wurde gesagt, dass ich hätte reservieren müssen. Sehr beliebt? Das ist wohl untertrieben! Kaum vorzustellen, was hier in der Hochsaison los ist. Am Ende hab ich's doch geschafft wenigstens einen Kaffee bei Starbucks zu ergattern.

Nach einer Stunde Aufenthalt eilte ich zum Bus. Noch eine Stunde wollte ich hier nicht verbringen. In einem völlig überfüllten Bus ging's weiter. Ich wollte nämlich gern dem Limstone Heritage Museum einen Besuch abstatten und hatte dafür eine Stunde eingeplant. Leider wurde aber erst an dieser Haltestelle bekannt gegeben, dass dieses im Winter geschlossen ist. Schade. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir die Blue Grotto angeschaut. Da dort viel Leute ausgestiegen sind, konnte ich mir einen Platz auf dem Oberdeck des Busses erobern. Großer Fehler! Der Busfahrer schien es etwas eilig zu haben. Etwa Feierabend? Er schoss um die Kurven und der Wind pfiff uns um die Ohren. Da hieß es nur sich festhalten. Die Familie gegenüber duckte sich hinter die Sitzbänke. Ein lustiges Bild, was ich nicht vergessen werde. Es war wie Achterbahn fahren. Zum Schluss musste ich nur noch lachen. Was für eine Fahrt!

Den Abend lies ich im Gozitan ausklingen, einem kleinen maltesischen Restaurant, gleich um die Ecke vom Hotel. Ich folgte der Empfehlung der Kellnerin und bestellte Oktopus mit Knoblauch und ein Glas maltesischen Rotwein. Als Vorspeise gab es maltesisches Brot. Außen knusprig und innen luftig. Das Beste kam aber zum Schluss. Die nicht eingeplante Nachspeise. Denn die ging aufs Haus. Es gab Mqaret, das sind kleine frittierte Teigstücke mit Dattelfüllung, Feigeneis und Helwa Tat-Tork (maltesischer Nougat - ähnlich dem türkischen Nougat). Eine typisch maltesische Nachspeise. Die Mqaret waren sehr lecker und auch das Feigeneis. Der Nougat schon sehr süß, aber trotzdem lecker!

Im Restaurant 'Gozitan'

Montag, 06.01.2020

Der erste 'Schultag'. Als ich im ETI ankam, war es ziemlich leer. Im Eingangsbereich traf ich eine andere Studentin aus Kassel. Sie war leider nicht in meinem Kurs. Nach einer netten Begrüßung durch die Angestellten und Lehrkräfte des ETIs wurde uns unsere Lehrerin Julie vorgestellt. Mit ihr gingen wir in unseren Trainingsraum. Zu meiner Überraschung waren wir nur zu zweit im Kurs. Mein Studienkollege Rafal kam aus Polen. In der zweiten Woche sollten noch zwei Italienerinnen hinzu kommen.

In der ersten Doppelstunde bekamen wir eine Einführung mit einer Übersicht der Kursinhalte inklusive Zielstellung. Worauf wollen wir unsere Schwerpunkte setzen? Was interessiert uns davon am meisten? etc. In der ersten Pause trafen wir uns zu einem Welcome Drink im Foyer. Dabei konnten wir die anderen Studenten kennenlernen. Im Januar kommen nur wenige Sprachschüler nach Malta. So waren wir nur VIER. Es wurden Fotos gemacht für unseren Studentenausweis. Wir konnten lokale Spezialitäten probieren wie z.B. Pastizzi (kleine Pasteten, die mit Käse oder Erbsenmus gefüllt sind) und Kinnie (ein maltesischer Soft-Drink - bittersüß mit Orangengeschmack und Kräutern). Kann man mal probiert haben.

Mit meinem Studienkollegen Rafal hatte ich ziemlich viel Glück. Die Zusammenarbeit machte viel Spaß. Wir waren auf einer Wellenlänge und ansonsten kamen wir schnell zu einer gemeinsamen Lösung. In der nächsten Stunde ging es um den Business English Lerner, die Durchführung einer Needs Analysis für die Kursplanung und zum Abschluss jede Menge Ideen für Ice-Breakers und First Day Lessons.

Einige Ideen kann man auch für allgemeine Englischkurse nutzen. Diese werde ich im nächsten Semester gleich einsetzen, wie z.B. die Übung 'Lifelines', die super für meine Konversationskurse geeignet ist.

Dienstag, 07.01.2020

Ein sehr interessanter Tag am ETI. Heute ging es um das Thema Giving Effective Presentations und TheLanguage of Presentations. Wir analysierten zwei Videoclips und lernten wie eine gute Präsentation aufgebaut sein sollte, welche Elemente wichtig sind, welche sprachlichen Mittel, wie z.B. Betonung, Satzmelodie und Sprachgeschwindigkeit eingesetzt werden sollten und nicht zu vergessen die Körpersprache. Nachmittags ging es um den sprachlichen Teil. Wie kann ich einzelne Teile der Präsentation verbinden bzw. welche Redewendungen und Vokabeln (linking words and phrases) sind dafür nützlich. Wir gingen einige Aktivitäten durch, die im Unterricht eingesetzt werden könnten. Desweiteren bekamen wir jede Menge Material inklusive Zusatzübungen. Leider waren Präsentationen bis jetzt nie Teil meiner Business Englisch Kurse. Schade. Sollte das aber in Zukunft mal auf mich zukommen, fühle ich mich gewappnet. Nichtsdestotrotz konnte ich für mich persönlich einige Punkte aufgreifen. Ich freue mich auf morgen.

P.S. Wir bekamen heute unsere Studentenausweise. Damit können wir in einigen Restaurants bzw. Einrichtungen Ermäßigungen bekommen. Auch mal wieder schön Student zu sein.

Mittwoch, 08.01.2020

Wie jeden Tag fangen wir mit einem kleinen 'Review' an, eine kleine Zusammenfassung des vorigen Tages. Julie hat immer mindestens 3 Fragen an uns. Ich war erstaunt wie viel doch im Gedächtnis geblieben ist. Unsere Themen für heute waren Effective Phone and Conference Calling and The Language of Telephoning'. Wir sprachen darüber, warum das Telefonieren in einer Fremdsprache eine Herausforderung ist und wie wir den Lernenden hilfreich unter die Arme greifen können. Dazu hatte Julie eine super Idee. Da Telefonanrufe unerwartet kommen, kann man sie in andere Übungen später im Kurs als 'unerwartete' Wiederholung mit einbauen. Diese Idee werde ich gleich für meine zwei laufenden Business English Kurse nutzen. Wir haben außerdem wieder reichlich Material, wie z.B. Handouts mit Redewendungen und Aktivitäten auf verschiedenen Sprachniveaus, bekommen. Laut Julie hat sie immer 1-2 Kopien für uns. ;-) Desweiteren mussten Rafal und ich ein Rollenspiel durchführen, was sehr lustig war. Überhaupt macht der Unterricht sehr viel Spaß.

Da wir heute keine Nachmittagsstunde hatten nutzte ich den freien Nachmittag, um ins Malta National Aquarium nach Buggiba zu fahren. Hier gab es einiges zu sehen, z.B. über 150 Fischarten. Am beeindruckendsten war für mich jedoch der 12m lange Unterwassertunnel. Über mir, ganz dicht, schwammen Haie. So nah, dass man sie am Bauch hätte berühren können, wäre das Glas nicht dazwischen gewesen. Man sah jedes noch so kleine Detail auf der Unterseite sowie die kleinen Zähne im Maul. Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Andere Besucher waren genauso beeindruckt. Im Tunnel hielten sich alle sehr lange auf und staunten.

Bevor es wieder zurück ging gönnte ich mir noch ein leckeres Eis im Cafe dort und genoss die Aussicht übers Meer zu den St. Paul Islands, dort wo der Apostel Paul Schiffbruch erlitt. Zurück nach St. Julian's ging's wieder mit dem öffentlichen Bus, der Linie TD13, ein Schnellbus. Der machte seinen Namen alle Ehre. Die Rückfahrt mit dem Hop on Hop off war schon abenteuerlich, aber die Rückfahrt heute stand dem in nichts nach. Also hieß es wieder festhalten und in die Kurven legen.

Donnerstag, 09.01.2020

Der Tag heute war anstrengend. Am Endes des Unterrichts war der Kopf voll. Die Themen dieses Tages waren sehr anspruchsvoll und es gab viele Infos und Input. Somit brummte am Ende der Kopf. Wir sprachen darüber, wie man BE Lerner zum sprechen animiert (Developing Speaking Skills: Getting Business Learners to Speak), gefolgt von Management and Leadership Styles und am Nachmittag Intercultural Competence. Wie schon erwähnt, war es heute sehr anspruchsvoll. Ich fühlte mich überwältigt von der Menge an Material sowie der Tiefgründigkeit des Stoffes. Zu meiner Erleichterung ging es Rafal ebenso.

Nach unserem offiziellen Unterricht bat uns noch eine Lehrerin um Hilfe. Sie wollte eine Übung, die sie für einen anderen Kurs entwickelt hatte, mit uns testen und bat um unser Feedback. Aus den ursprünglich geplanten 10 Minuten wurden dann doch 45 Minuten. Wir bestätigten ihre Bedenken, aber am Ende fanden wir gemeinsam eine Lösung und sie war sehr froh darüber.

Abends ging ich zum Essen ins Hardrock Cafe. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren. Einen Burger, so war mir schon vorher klar, schaffe ich nicht. Also blieb ich bei einer Vorspeise, die schon mehr als reichlich war. Die Potato Skins, überbackenene Kartoffeln, sind sehr zu empfehlen. Das Essen war sehr gut und reichlich.

Desweiteren probierte ich Cisk, eine maltesische Biersorte, die auf Malta gebraut wird. Ich bin kein Biertrinker, wollte es aber mal probieren. Es ist ein helles, leichtes Bier, was an heißen Sommertagen wahrscheinlich noch besser schmeckt. Da gerade Happy Hour war bekam ich noch ein zweites kostenlos. Zum Glück ist es nicht sehr stark und ich schaffte den Weg zum Hotel ohne schwanken.

Hier in der Ausgehmeile in der Nähe der St. George’s Bay reihen sich Restaurants und Bars aneinander. In der Hochsaison möchte ich hier nicht sein. Im Moment ist es überschaubar. Essen kann ich bald nicht mehr sehen. Gestern gab es deswegen nur einen Salat. In den meisten Restaurants muss man, wenn man nur eine Vorspeise möchte, gleich ein paar Euro drauflegen. Wenn man also nur eine Kleinigkeit essen möchte, gestaltet es sich hier sehr schwierig. Da ich gerne regionale bzw. landestypische Küche ausprobiere bin ich immer auf der Suche nach maltesischen Restaurants. Die muss man hier aber wirklich suchen. Die meisten Restaurants sind auf Touristen ausgelegt. Fisch, der hier gefangen wird, ist verwunderlicherweise sehr teuer. Aber einmal werde ich es mir gönnen.

Freitag, 10.01.2020

Heute war wieder ein sehr interessanter, aber nicht ganz so anstrengender Tag. Wir beschäftigen uns mit dem Thema Effective Meetings. Zuerst fragten wir uns, was eine Besprechung uneffektiv macht. Dann wurden wir in die 6 Geheimnisse für effektive Besprechungen eingeweiht. Diese Beispiele könnte man auch im Kurs als 'Lead In' einsetzen. Wir betrachteten Besprechungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Zum einen aus der Perspektive des Teilnehmers und zum anderen aus der Perspektive des Versammlungsleiters. Welchen Aufbau sollte eine Besprechung haben, um am Ende effektiv zu sein? Sollte man überhaupt eine Besprechung abhalten? Ist es wirklich sinnvoll? Welche Überlegungen sollte man überhaupt vorher in Betracht ziehen? Wir schauten uns The Language of Meetings näher an. Welche 'functions' oder 'key-phrases' sind wichtig? Und wieder eine Menge Material ... Nachmittags ging es um Meeting Roleplays and Feedback. Was gilt zu beachten bevor ich sie im Unterricht einsetze? Wie kann ich Rollenspiele an die Teilnehmer anpassen bzw. realistischer gestalten? Wir schauten uns einige Beispiele an und führten selber ein Rollenspiel durch. Dafür bekamen wir auch Feedback von unserer Lehrerin.

So schnell ging eine Woche vorbei. Der Unterricht war nie langweilig und es gab immer was zum Lachen. Nun freue ich mich aufs Wochenende. Morgen möchte ich nach Gozo, der Nachbarinsel Maltas.

Samstag, 11.01.2020

Da von Norden her dicke Regenwolken aufzogen musste ich meine heutigen Besichtigungspläne ändern. So entschied ich mich einen Tag in Maltas Hauptstadt Valletta zu verbringen. Also nutzte ich die öffentlichen Verkehrsmittel, d.h. den Bus, um nach Valletta zu fahren. Die Busfahrt endete in Vallettas Busterminal, welcher gleich vor den Toren der Altstadt ist. Zuerst kam ich am Triton Fountain (Tritonenbrunnen) vorbei und auf ging's ins Getümmel. Trotz Nebensaison waren doch einige Touristen unterwegs. Mein erster Stopp war die St. John's Co Cathedral. Unsere Lehrerin hat uns diese Sehenswürdigkeit wärmstens empfohlen. Auf dem Ausflug mit der Schule würde für eine Innenbesichtigung keine Zeit sein. Ich bin nicht gerade eine Fan von Kirchengebäuden und muss nicht jede von innen sehen, aber diese ist wirklich einzigartig. Der Bau, der von außen relativ unspektakulär aussieht, ist drinnen umso pompöser. Am Eingang bekam man einen Audio Guide, der einen durch die Kathedrale lotste und alles sehr gut erklärte. Ich war wirklich beindruckt von der Schönheit der Kathedrale und bin froh Julies Rat befolgt zu haben. Neben Deckengemälden, Grabplatten, Monumenten etc. waren etliche Gemälde unter anderem Michelangelos 'The Beheading of John the Baptist' zu bestaunen. Letztendlich verbrachte ich 1 1/2 Stunden darin.

Zeit für einen Kaffee - im Cafe Cordina, eines der ältesten Kaffeehäuser Vallettas. Hier findet man zahlreiche, vor allem aber typisch maltesische Leckereien. Inmitten der Einheimischen genoss ich meinen Kaffee und die Sonne. Der Außenbereich des Cafés war direkt vor der Bibliothek und neben dem Grandmaster's Palace. Was mir an Valletta gefiel waren die 'alten' typisch maltesischen Häuser und Gassen. Während in St. Julian's diese Häuser zwischen neumodischen Bettenburgen langsam verfallen wurde hier vieles erhalten. Somit sieht es hier sauber und gepflegt aus. So gefällt mir das schon eher.

Da ich mich für kreative Sachen und traditionelle Handwerkskunst interessiere wollte ich mir den Maltese Craft Market anschauen. Leider war dieser aber wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Auf der Suche nach etwas Warmen zu Mittag wurde ich in ein Restaurant gelotst. Dort aß ich Spaghetti mit maltesischen Würstchen und Ziegenkäse aus Gozo. Es hat super geschmeckt.

Nach dieser Stärkung ging es weiter zu den Upper Barrakka Gardens, einer kleinen Parkanlage am höchsten Punkt der Stadtbefestigung auf der St. Peter and St. Paul Bastion. Auf dem Weg dorthin fing es nun doch an zu regnen. Aber selbst im Regen war es sehr schön. Von dort hatte man ein wunderbare Sicht auf den Hafen Vallettas und die alten Festungsanlagen. Leider aber auch hier: jede Menge Baukräne und neu entstehende Betonklötze. Um dem Regen zu entkommen gab's noch einen Kaffee und italienischen Kuchen. Dann ging es mit dem Schnellbus wieder zurück in mein temporäres Zuhause. Valletta hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich auf den Ausflug mit der Schule dorthin, der nächste Woche auf dem Programm steht. Alles an einem Tag zu sehen schafft man leider nicht.

Sonntag, 12.01.2020

Ein Tag Pause. Das Wetter war regnerisch, so dass ich auch keinen Entdeckerdrang verspürte. Also reflektierte ich die vergangen Woche, las etwas und ging schwimmen.

Abends ging ich wieder ins Gozitan, was bis jetzt mein Lieblingsrestaurant ist. Diesmal probierte ich eine andere maltesische Speise 'Rabbit Stew' (Kaninchen). Zusätzlich zu dem Nachtisch, auf den ich mich schon riesig freute, gab es diesmal neben dem üblichen Brot einen Vorspeisenteller mit Maltese Antipasti. Darauf waren unter anderem Gozo Water Biscuits (eine Art Cracker), Bigilla (Bohnenmus mit Knoblauch, das aber fast wie Leberwurst schmeckt), gepfefferter Ziegenkäse, Oliven, sonnengetrocknete Tomaten und maltesische Würstchen. Vollgestopft und kugelrund 'rollte' ich zurück ins Hotel.

Ich freue mich auf eine weitere spannende Woche. Es stehen zwei Ausflüge mit der Schule an. Dienstags und donnerstags gleich nach dem Unterricht. Da in der ersten Woche zu wenig Studenten hier waren, wurden beide Ausflüge auf nächste Woche verlegt.

Montag, 13.01.2020

Wie letzte Woche angekündigt bekamen wir Verstärkung. Zwei Paolas aus Brecia in Italien. Beide sind keine Englischlehrer sondern Lehrer für Recht bzw. Wirtschaft. Aufgrund dessen, dass wir heute zu viert waren, war der Unterricht nicht ganz so intensiv. Man konnte sich, wenn auch nur kleine, Denkpausen genehmigen. Heute ging es um den Einsatz von authentischem Material im Unterricht (Using Authentic Materials), den Vor- und Nachteilen von Kursbüchern, was als authentisches Material verwendet werden kann und welche Kriterien man in Betracht ziehen sollte. Desweiteren betrachteten wir Fallstudien bzw. Simultationen (Case Studies, Roleplays and Simulations). Wie immer gab es 1-2 Kopien ;-) mit möglichen Aktivitäten für den Einsatz im Unterricht dazu. Nachmittags klärten wir warum auch Socialising, z.B. Small Talk für BE Lerner wichtig ist, welche 'Sprache' wir lehren und welche kulturellen Aspekte beachtet werden sollten. Die verschiedenen Ideen für kleine Aktivitäten mit authentischem Material haben mich heute besonders interessiert und ich werde diese in meinen derzeitigen Kurs einsetzen.

Dienstag, 14.01.2020

K.O. Fertig. Todmüde. Ich schreibe noch ganz schnell meinen Eintrag und dann ab ins Bett.

Die Schule war wie immer sehr interessant, aber wieder soooo viel Input: Collocations and Business Vocabulary, Presenting Facts and Figures, The Language of Trends, Using Films, the Media and the Internet. In der letzten Stunde am Nachmittag, war mein Kopf zu. Da ging nichts mehr.

Gleich im Anschluss ging es nach Rabat und Mdina, der früheren Hauptstadt Maltas. Dieser Ausflug wurde vom ETI organisiert und wir hatten einen Reiseführer, Mario, einen ehemaligen Lehrer für Englisch, Italienisch und Geschichte. Er machte seine Sache sehr gut. Er erklärte uns einige Regeln zur Aussprache maltesischer Wörter. Leider konnte ich mir nicht alles merken. So sehr ich es auch versuchte. Wir starteten in Rabat und bestaunten 'door knockers' (Türklopfer) und die barocke Architektur. Man spürte Marios Begeisterung für Geschichte und so gab es jede Menge Zusatzinfos. Wir passierten das Stadttor von Mdina, liefen durch enge Gassen und liefen und liefen ... Nach ca. 2 1/4 Stunden hatten wir 45 Minuten zur eigenen Verfügung. Diese verbrachten wir im Café Fontanella, bekannt für leckeren Kuchen. Der Ausblick von dort war genial. Da Mdina im Landesinneren und auf einer kleinen Anhöhe liegt, konnte man über die extrem dicken Festungsmauern weit blicken. Das Wetter spielte mit und schenkte uns Sonnenschein.

Langsam wurde es dunkel und auf dem Rückweg zum Bus liefen wir nun durch beleuchtete Gassen und die Mauern erstrahlten im warmen Licht. Wunderschön. Traurig ist nur, dass auch hier viele Häuser leer stehen und dem Verfall ausgeliefert sind. Das ist wirklich sehr schade.

Jetzt nur noch ins BETT .....

Mittwoch, 15.01.2020

Auf dem Unterrichtsplan stehen heute Preparing a Professional CV, Successful Job Interviews and Interviewing Techniques. Dies sind Themen, die fast nie in meinen BE Kursen behandelt werden. Jedoch konnte ich für mich persönlich Nutzen ziehen, d.h. für meine berufliche Weiterentwicklung. Es gab mir Anregungen wie ich mich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten kann. Desweitern nahm ich mir vor, meinen Lebenslauf zu überarbeiten, wenn ich wieder zu Hause bin.

Zum Essen ging es heute ins Gululu, einem maltesischen Restaurant an der Spinola Bay. Es wurde 2014 und 2019 als bestes maltesisches Restaurant ausgezeichnet. Ich bestellte Qarabagħli Mimli (ein kleiner runder Speisekürbis gefüllt mit Aubergine und Reis mit Schafskäse überbacken in Tomatensoße). Dazu bekam ich Ofenkartoffeln und Möhren mit Fenchelsamen. Eine sehr interessante und leckere Combo. Das Essen war sehr gut. Aber trotzdem bleibt das Gozitan mein Favorit.

Donnerstag, 16.01.2020

9:00 Uhr, pünktlich wie immer, ging der Unterricht los. Schwerpunkt heute waren Verhandlungen, d.h. Effective Negotiations, SWOT Analysis und The Language of Negotiations. Dies waren wieder sehr interessante Themen und nicht nur für den Unterricht relevant. In unserer Nachmittagsstunde wendeten wir das Gelernte in einem Rollenspiel an. Die Vorbereitung dazu fand ich nicht ganz so einfach, da man nicht wusste, was die andere Partei für Konditionen hatte und man immer noch flexibel reagieren musste. Wir machten unsere Sache dann aber doch ganz gut und es machte richtig Spaß. Wenn ich im richtigen Leben auch so verhandeln könnte, wäre das mehr als super.

Im Anschluss nahm ich an dem zweiten Schulausflug teil. Diesmal nach Valletta. Wieder mit dabei: unser Reiseführer Mario. Da ich nun schon letzte Woche in Valletta war, kam mir einiges bekannt vor. Natürlich bekamen wir wieder ausführliche geschichtliche Hintergrundinformationen von Mario. Zu meiner Freude hatte ich das meiste schon letzte Woche entdeckt. Wir besuchten auch nochmal die Upper Barrakka Gardens. Diesmal kamen wir kurz vor 16:00 Uhr an und konnten den Salutschuss miterleben. Wir hatten auch mehr Glück mit dem Wetter und der Ausblick auf den Grand Harbour war noch schöner. Dann liefen wir wieder und liefen.... Die Tour zog sich zum Schluss ziemlich in die Länge und ich war dann doch froh als ich im Bus saß. Gegen 18:30 Uhr kamen wir wieder in der Nähe der Schule an.

Auf meinen Erkundungstouren rund ums Hotel hatte ich ein weiteres maltesisches Restaurant entdeckt, das La Maltija. Auch gleich um die Ecke vom Hotel. Da wollte ich heute Abend essen, was ich dann auch tat. Diesmal bestellte ich Braġjoli (engl. Beef Olives), kleine gefüllte Rinderrouladen. Oliven findet man nicht darin. Den Namen verdanken sie ihrer Form, die sie nach dem Garen im Ofen erhalten. Ein wirklich gemütliches Restaurant mit sehr leckeren Gerichten. Die Bedienung war sehr zuvorkommend und aufmerksam. Ich bin mir sicher, ich komme wieder.

Zurück im Hotel fiel ich mal wieder ins Bett.

Freitag, 17.01.2020

Unser letzter Tag am ETI. Trotz dessen hieß es volles Programm. Morgens Business Correspondence formal vs. informal and The Language of Emails, was bis in unsere Nachmittagsstunde hineinreichte.

Am Ende des Vormittags hatte uns eine andere Lehrerin für 20 Minuten in ihren Kurs eingeladen, da sie meinte, die Inhalte könnten auch für uns nützlich sein. Sie stellte uns COOL vor, ein Projekt in dem auch das ETI involviert ist. Dort finden Lehrer kostenloses Lehrmaterial, Lehrpläne und Lernhilfen. In der Kürze der Zeit konnte sie nicht alles im Detail erklären, aber zu Hause werde ich mir das definitiv mal anschauen. Vielleicht ist etwas für meine Kurse dabei.

Nachmittags schlossen wir mit einem Course Review ab, einer Unterhaltung über was wir aus dem Kurs mitnehmen, was wir anwenden können und welche von uns gesetzten Ziele wir erreicht hätten. Dann bekamen wir unsere Zertifikate. Voller Stolz musste ein Foto her. Der Abschied war dann doch sehr emotional. Aufgrund der wenigen Teilnehmer hat man halt doch 1 bzw. 2 Wochen sehr intensiv miteinander gearbeitet und Erfahrungen ausgetauscht. Das verbindet. Nach einer langen Verabschiedung, einigen Tränen und Umarmungen (Julie mit eingeschlossen) ging es zurück zum Hotel.

Morgen steht ein zusätzlicher Schulausflug auf dem Plan. Ein Ganztagesausflug nach Gozo.

Zuhause muss ich alle Unterlagen nochmal aufarbeiten und etwas besser organisieren. Dies war aufgrund der kurzen Zeit und der vielen Materialien kaum möglich. Nur gut, dass ich auch beim Gepäck noch Spiel beim Gewicht hatte. Zwei dicke Hefter sind voll. Mein Kopf auch. Zu Hause muss ich alles erstmal setzen lassen.

Samstag, 18.01.2020

Unser Ausflug nach Gozo startete mit einer Buspanne. 08:30 Uhr sollte es losgehen. 9:00 Uhr kam dann der Ersatzbus. Auf ging's zur Fähre. Vorbei an der kleinen Insel Comino auf der laut Mario nur noch 3 Leute wohnen. Alles ging recht zügig, da Mario die verlorene Zeit aufholen wollte. Zum Glück hatte er sein Fähnchen ansonsten hätten wir ihn in der Menschenmenge nicht mehr gefunden.

In Gozo angekommen stiegen wir in einen anderen Bus. Wir starteten in Mgarr. Wir fuhren ins Landesinnere Richtung Victoria. Dort wollten wir später einen Stopp einlegen und Mittagessen. Wir fuhren wieder Richtung Küste und stoppten in Xlendi, einem kleinen Fischerdorf. Das war wie ausgestorben. Dafür gab es dort einen schönen Sandstrand. Der nächste Stopp war wieder ein kleines Dörfchen. Eine halbe Stunde Aufenthalt. Dort konnte man alte Waschhäuser besichtigen und Souvenirs kaufen. Eine Malteserin, in traditioneller Kleidung, erklärte mir die verschiedenen maltesischen Spezialitäten. Hier erstand ich Likör und Kaktusmarmelade. Im Nachbarshop ließ ich mir zeigen, wie der typische filigrane Silberschmuck hergestellt wird. Filigranschmuck ist eine besondere Schmuckkunst, bei der feine Gold- oder Silberfäden zu kunstvollen Motiven verwoben werden. Das bekannteste Motiv ist das achtspitzige Kreuz. Leider ließ es die Zeit nicht mehr zu etwas länger zu schauen und auch dort etwas Passendes zu erstehen.

Weiter ging's nach Dwejra. Dort befand sich früher eine der Sehenswürdigkeiten Gozos, das Azure Window, ein durch Umwelteinflüsse entstandenes Felsentor. Leider stürzte es während eines Sturms 2017 ein. In unmittelbarer Nähe befindet sich Fungus Rock, ein Felsen, der aus dem Wasser ragt. Laut Mario wächst dort ein Pilz, den man nur auf diesen Felsen findet. Dieser wurde früher zu medizinischen Zwecken genutzt. Heute steht der Fels unter Naturschutz.

Danach ging es zurück nach Victoria, der Hauptstadt Gozos. Zuerst kehrten wir zu Mittag in ein kleines Restaurant ein. Plätze durften wir uns nicht aussuchen. Eine sehr unfreundliche Kellnerin knallte uns das Essen auf den Tisch. Das Essen war ok, wenn auch nicht gerade landestypisch. Kaum fertig mit Essen kam sie schon wieder, nahm uns die Teller weg und schwubs landete eine kleines Schälchen mit zwei winzigen Eiskügelchen vor uns. Gerade gekostet, Löffel noch im Mund stand sie schon wieder neben mir und wollte ihr Geld.

Nach diesem nicht gerade tollen Erlebnis machten wir uns auf, die Zitadelle zu besichtigen, die gleich gegenüber war. Wieder marschierten wir hinter Marion hinterher, der uns viel Wissenswertes darüber erzählte. Da die Zitadelle auf einem der höchsten Punkte der Insel steht, hatte man wieder einen super Ausblick. Außerdem hatten wir strahlenden Sonnenschein.

Wieder im Bus fuhren wir durch sehr enge Gassen. Erstaunlich wie unser Busfahrer das meisterte. Oft waren wir ziemlich nah an den Balkons der Häuser. Bevor es zurück zur Fähre ging fuhren wir noch Richtung Norden. Dort stoppen wir bei Calypso Cave, eine sagenumwobenen Höhle. Leider ist diese seit geraumer Zeit für Besucher geschlossen. Dann machten wir noch einen Fotostopp. Von dort hatten wir eine schöne Sicht auf die kleine Insel Comino und die blaue Lagune. Zurück ging es zum Hafen von dem wir dann unsere Rückfahrt nach St. Julian's antraten. Gegen 18:30 Uhr sind wir wieder dort angekommen.

Da dies mein letzer Abend in Malta war, wollte ich diesen noch schön ausklingen lassen. Deswegen ging ich nochmal ins La Maltija und lies mir dort die Herstellung von Bigilla erklären. Diesmal nahm ich 'nur' Pasta Maltese, die aber auch sehr lecker war.

Nach einem langen Tag hörte ich wieder mein Bett rufen und freute mich nun doch wieder auf zu Hause.

Sonntag, 19.01.2020

Nach einem letzten Frühstück, welches ich ausgiebig genoss, konnten die Angestellten an der Rezeption endlich bestätigen, dass ich später als üblich auschecken konnte. Da mein Flieger erst spätnachmittags ging hatte ich noch etwas Zeit. So gönnte ich mir noch eine 60 minütige Thaimassage bevor ich im Hotel meine Koffer packte. Mittags fuhr ich mit dem Taxi zum Flughafen und genoss dort die letzten Stunden in der Sonne.

Mit viel Gelerntem und noch mehr Zusatzwissen im Gepäck (2 dicke ETI-Ordner) und somit auch mehr Gewicht (Koffer +5kg, ich +3kg) trat ich die Rückreise nach Hause an.

Fazit: Obwohl St. Julian's nicht meine Traumstadt war und auch nicht werden wird, hatte ich eine sehr schöne, interessante und erlebnisreiche Zeit in Malta. Begeistert bin ich nach wie vor von meinem Kurs und kann diesen nur jedem empfehlen, der Business English lehrt oder, wie ein Teil meiner Studienkollegen, sich einfach dafür interessiert und es als persönliche Weiterentwicklung versteht. Natürlich hatte ich hier auch das Glück, auf sehr nette und wissbegierige Berufskollegen zu stoßen mit denen man super zusammenarbeiten und Spaß haben konnte. Ich kann nur jedem ans Herz legen, diese Möglichkeit, die das Erasmus+ Projekt bietet zu nutzen und daran teilzunehmen.

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