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Deutscher Volkshochschul-Verband aktuell

Weiterbildung muss weitergehen

Volkshochschulen starten neues Semester mit besonderen Corona-Schutzvorkehrungen

Bonn. Mit Bedacht und größtmöglicher Flexibilität starten die Volkshochschulen in Deutschland ins neue Semester. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie steht die Programmplanung diesmal im Zeichen großer Ungewissheit. Angesichts steigender Infektionszahlen sehen sich die Volkshochschulen in einer besonderen Verantwortung. „In unseren Kursen lernen Jung und Alt gemeinsam. Ihnen und auch unseren Dozentinnen und Dozenten wollen wir gemeinsames Lernen und Austausch ermöglichen. Dabei hat der Schutz unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie unserer Lehrkräfte höchste Priorität. In den meisten Ländern werden die Volkshochschulen daher Kurse nur in kleinen Gruppen, mit Abstandsregeln und Masken anbieten“, sagt Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV).

Vielerorts gehen die Volkshochschulen im Präsenzbetrieb über die Vorgaben der jeweiligen Landesregierung hinaus, um Infektionsrisiken zu minimieren. Um Kontaktketten bei Bedarf lückenlos nachvollziehen zu können, wird beispielsweise darauf geachtet, dass sich die Teilnehmenden verschiedener Kurse nicht mischen.

Dort, wo die Anmeldefrist zum neuen Semester bereits begonnen hat, berichten die Volkshochschulen von gutem Zulauf. „Viele Menschen möchten nach Monaten des Rückzugs wieder vorsichtig mit anderen in Kontakt kommen“, sagt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus. „Die Corona-Krise hat sicherlich auch besondere Lernbedarfe gezeigt, beispielsweise im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien. Und viele haben nach den Monaten der Einschränkungen im öffentlichen und kulturellen Leben das Bedürfnis nach Inspiration.“ DVV-Präsidentin Kramp-Karrenbauer ergänzt: „Wir wollen vor allem auch jene nicht länger warten lassen, die dringend auf vhs-Kurse angewiesen sind, sei es, weil sie im Integrationskurs Deutsch lernen oder weil sie einen Schulabschluss nachholen wollen.“

In einigen Ländern, darunter Bayern, Saarland und Niedersachsen, haben Volkshochschulen für die Ferienzeit spezielle Sommerprogramme aufgelegt und konnten auf diese Weise neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewinnen. „Lernräume“ hieß beispielsweise das Programm des niedersächsischen Kultusministeriums, an dem sich fast 30 Volkshochschulen beteiligten, unter anderem die vhs im Kreis Harburg mit mehr als 30 Veranstaltungen für Acht- bis 16-Jährige während der kompletten Sommerferien, darunter Sprachcamps für Englisch und Französisch, Programmier- und EDV-Grundlagenkurse. Auch im schleswig-holsteinischen „Lernsommer“ kooperierten Schulen und Volkshochschulen. Daneben konnten sich auch Online-Angebote wie die Veranstaltungsreihe vhs.daheim der bayerischen Volkshochschulen über gute Beteiligung freuen.

Das Programmangebot des neuen Semesters ist dennoch vielerorts eingeschränkt, insbesondere dort, wo Volkshochschulen nicht, wie sonst, Räumlichkeiten an Schulen nutzen können. Um die organisatorischen Herausforderungen der Corona-Krise gemeinsam zu meistern und um Potenziale für Kooperationen auszuloten, suchen Volkshochschulen verstärkt den Kontakt zu den Schulen und Schulträgern vor Ort.

„Volkshochschulen werden das Corona-Geschehen mit größter Aufmerksamkeit verfolgen und bei Bedarf sehr schnell und verantwortungsvoll reagieren“, verspricht der DVV-Vorsitzende. Ähnlich wie für den Schulbetrieb gelte jedoch auch für die Erwachsenenbildung: „Es wird Zeit und es ist gut, dass es jetzt weitergeht.“

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Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.
Simone Kaucher
Pressesprecherin
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talentCAMPus-Ferienbildung unterstützt erfolgreichen Wiedereinstieg in den Schulalltag

Volkshochschulen und ihre Partner helfen Kindern und Jugendlichen nach Wochen der Schulschließung

Bonn. Rund 5.000 Kinder und Jugendliche werden in diesen Sommerferien am talentCAMPus, dem Ferienbildungsangebot des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) teilnehmen. Etwa 80 Volkshochschulen bieten mit ihren lokalen Bündnispartnern Ferienbildung an. Viele davon gezielt, um Kindern und Jugendlichen nach Wochen der Schulschließung einen guten Anschluss an das neue Schuljahr zu ermöglichen. „Gerade in diesem ungewöhnlichen Jahr bietet die außerschulische Bildung eine wertvolle Unterstützung, um die Lernlücken aufgrund von Unterrichtsausfall während der Corona-Krise zu schließen“, verdeutlicht DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. talentCAMPus-Ferienbildung ist Teil des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ und wird gefördert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche mit schwierigen Bildungsvoraussetzungen. Neu ist ein halbtägiges Format, um gezielt Lernferien in den Ländern zu flankieren.

Die Volkshochschule Rupertiwinkel (Bayern) konzipiert mit jungen Menschen ein „Escape Game“ zum Thema Klimawandel. Um die Spielstory und die Fragen für den Spielfluss zu entwickeln, müssen sich die Teilnehmenden intensiv mit dem komplexen Thema auseinandersetzen. Sie erproben dabei auch einen aktiven und kritischen Medienkonsum und erhalten Hintergrundwissen für eine nachhaltige Lebensweise.

Im Zusammenhang mit dem Lernsommer, einem Ferienschulprogramm in Schleswig-Holstein, bietet die Volkshochschule Krempe mit ihren lokalen Partnern ein Projekt an. Die Kinder werden direkt vor Ort und nicht an den auswärtigen Schulstandorten auf das neue Schuljahr vorbereitet. Individualisierte Lernförderung wird mit Angeboten der kulturellen Bildung kombiniert. Die Kinder bereiten beispielsweise Kulturaktivitäten für das 450-Jahr-Jubiläum des Ortes Krempe vor. Auch andere Volkshochschulen unterstützen den Lernsommer in Schleswig-Holstein im Rahmen einer Bildungspartnerschaft.

„Der Deutsche Volkshochschul-Verband begrüßt die Initiative der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien. Eine solche Kooperation ist ganz im Sinne der Bildungspartnerschaft, wie sie der DVV Bund und Ländern in der Hochphase der Corona-Krise angeboten hat“, sagt Annegret Kramp-Karrenbauer. Eine stärkere Verzahnung von Schule und Volkshochschule könne entscheidend zum Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen beitragen.  

Auch die Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen (Rheinland-Pfalz) bietet einen „talentCAMPus kompakt“ an, der sich vor allem an Kinder richtet, die Unterstützung beim Lernen benötigen. Unter anderem soll der spielerische Umgang mit Texten sie gut auf das kommende Schuljahr vorbereiten. Beim gemeinsamen Erstellen einer digitalen und einer gedruckten Zeitung üben sie gleichzeitig das Schreiben und das Sprechen in deutscher Sprache.

„Einfach mal die Welt retten – WHV 2030. RANGEHEN! ZUKUNFT BAUEN!“ So lautet der Titel eines talentCAMPus-Projekts der Volkshochschule Wilhelmshaven (Niedersachsen). Die Teilnehmer*innen beschäftigen sich mit ihrer Zukunft bis 2030 und stellen ihre eigene Agenda auf. Diese besprechen sie mit Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Daraus entwickeln sie mit Theater, Tanz und Musik kleine Theaterstücke zu möglichen Zukunftsszenarien, die sie auch öffentlich aufführen.

„Nach den Wochen des Homeschoolings bieten talentCAMPus-Ferienprojekte den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, wieder vorsichtig in Kontakt zu treten und sich neue, interessante Themen und Techniken anzueignen. So sorgen Volkshochschulen und ihre Partner vor Ort dafür, dass das Lernen weitergeht und gleichzeitig Spaß macht“, bekräftigt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus.

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Volkshochschule als Motor für digitale Teilhabe

VHS Zweckverband Diemel-Egge-Weser erhält „Preis für digitales Miteinander“

Bonn / Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute in Berlin anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltags in einer Videokonferenz den „Preis für digitales Miteinander“ an drei Projekte verliehen. In der Kategorie „ Digitale Teilhabe“ wurde der vhs-Zweckverband Diemel-Egge-Weser für sein Projekt Dorf.Zukunft.Digital ausgezeichnet. Eine neunköpfige Jury, bestehend aus Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik hat aus 250 Bewerbungen die Preisträger*innen ermittelt. Dotiert ist die Auszeichnung mit insgesamt 30.000 Euro.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) gratuliert den Gewinnern herzlich und lobt: „Das Projekt Dorf.Zukunft.Digital zeigt beispielhaft die wichtige Rolle, die Volkshochschulen durch ihre lokale Verankerung und ihre Expertise in Zeiten des digitalen Wandels spielen.“

Im Projekt Dorf.Zukunft.Digital erproben Bürger*innen aus 30 Dörfern des Kreises Höxter in Nordrhein-Westfalen digitale Anwendungen und stärken ihre digitale Kompetenz. Gemeinsam entwickeln sie digitale Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum, zur Stärkung der Nachbarschaftshilfe und des Zusammenhalts. So entstanden z.B. eine DorfApp und eine Dorfwebsite, die eine aktive Teilnahme am Dorfleben unterstützen. Über die digitalen Dorfplattformen werden Neuigkeiten ausgetauscht sowie Rat und Hilfe organisiert. Pro Dorf geben zwei ehrenamtliche Dorf-Digital-Experten ihr Wissen als Multiplikatoren an die Dorfgemeinschaft weiter, unter Nutzung von dafür eingerichteten Lern- und Medienecken. So wurden in allen Dörfern neue informelle Lernorte für Menschen jeden Alters geschaffen, wo anhand alltagsnaher Themen digitale Kompetenzen erworben werden. Träger des Projekts ist die örtliche Volkshochschule.

„Um alle Teile der Gesellschaft zu erreichen, darf Weiterbildung nicht nur im Klassenzimmer stattfinden. Wir brauchen zielgruppendifferenzierte Angebote und vor allem niederschwellige Zugänge, um alle Menschen auf dem Weg in die digitale Welt mitzunehmen, dafür sind die Volkshochschulen prädestiniert“, betont Annegret Kramp-Karrenbauer. Das nun preisgekrönte Beispiel zeige eindrücklich, wie der Leitgedanke der Volkshochschulen, „Bildung für alle“, auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann.

„Die Digitalisierung eröffnet viele neue Möglichkeiten, die unser Leben bereichern“, meint auch der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus, der den vhs-Dachverband im Beirat des Digitaltags vertritt. Gleichzeitig dürfe aber die zunehmende digitale Spaltung der Gesellschaft, die durch die Corona-Krise teilweise noch weiter verschärft werde, nicht aus dem Blick geraten. „Damit Menschen in jedem Alter und in jeder Lebenslage die Chance haben, am digitalen Wandel teilzuhaben, benötigt auch die Weiterbildung einen Digitalpakt“, appelliert Rabanus an die Politik.

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Volkshochschulen beteiligen sich am Digitaltag 2020

Vielfältige Online-Angebote fördern Medienkompetenz und digitale Teilhabe

Bonn. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) unterstützt den bundesweit ersten Digitaltag am 19. Juni 2020. Die thematische Palette der Online-Workshops, -Vorträge und Webinare spiegelt die Vielfalt des Kursprogramms an Volkshochschulen wider und reicht von Bewegungsangeboten über Sprachkurse bis hin zu Umweltbildung. Viele vhs-Veranstaltungen zum Digitaltag greifen die Herausforderungen des digitalen Wandels auf und wollen Menschen den Umgang mit digitaler Technologie erleichtern.

„Der DVV ist der Initiative für den Digitaltag gerne beigetreten. Denn wir halten das Motto ‚Digital für alle‘ für eine der größten weiterbildungspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. In einem Prozess, der tiefgreifende Veränderungen für unser aller Leben mit sich bringt, gilt es, alle Menschen mitzunehmen und eine digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern“, sagt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus, der den vhs-Dachverband im Beirat des Digitaltags vertritt.

Neben Anwendungswissen im Umgang mit neuen Technologien wollen Volkshochschulen auch die digitale Medienkompetenz fördern: „Die Digitalisierung verändert auch gesellschaftliche Kommunikation“, erklärt der DVV-Vorsitzende. „Online-Medien und Soziale Netzwerke bieten potentiell allen Menschen die Chance, sich am öffentlichen Diskurs zu beteiligen. Volkshochschulen wollen die aktive Teilhabe und den souveränen Umgang mit digitalen Medien fördern, auch indem sie beispielsweise aufzeigen, wie man seriöse Nachrichten von Falschmeldungen unterscheidet.“

Gemeinsam mit der vhs Offenbach veranstaltet der DVV am Digitaltag ab 20 Uhr ein Webinar mit dem Titel „Wie umgehen mit Rechtspopulismus, Verschwörungsideologien und Hate Speech im Internet?“ Die Referentin Simone Rafael ist Journalistin und leitet das Digitalteam der Amadeu Antonio Stiftung. Interessierte können sich bis zum 17. Juni unter der Mailadresse digitaltag@dvv-vhs.de anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die vhs Schwäbisch Hall klärt gemeinsam mit dem Mehrgenerationentreff Schwäbisch Hall und dem städtischen Fachbereich Kultur und Touristik über die Gefahren der neuen Medien auf. Die vhs Augsburg bietet einen Online-Test an. Teilnehmende können herausfinden, inwieweit sie den digitalen Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 gewachsen sind. Wie man seine Stimme bei Webinaren optimal einsetzt, vermittelt die vhs Buxtehude. Und die vhs Hofer Land erläutert in einem Webinar Unterstützungsangebote für die Digitalisierung hochfränkischer Unternehmen.

Die sächsischen Volkshochschulen haben anlässlich des Digitaltags ihre Online-Lernangebote auf der Internetseite www.online-vhs-sachsen.de gebündelt. Dazu zählen sowohl einzelne Vorträge als auch komplexe Weiterbildungen mit Zertifikatsabschluss. Und der vhs-Landesverband Sachsen-Anhalt stellt in einem Webinar gemeinsam mit der vhs Halle und der Volkshochschule des Burgenlandkreises das Projekt „Digital schafft Kultur“ vor, das zur kreativen Auseinandersetzung mit dem regionalen Kulturerbe mit Hilfe digitaler Werkzeuge anregen möchte.  

„Die Digitalisierung eröffnet viele neue Möglichkeiten, die unser Leben bereichern“, sagt Martin Rabanus. „Volkshochschulen sind überall im Land der Ort, wo sich Menschen gemeinsam dafür rüsten können.“ Die Volkshochschulen und ihre Verbände verbinden ihre Beteiligung am Digitaltag mit einem Appell an die Politik, eine digitale Weiterbildungsoffensive zu starten und einen Digitalpakt auch für die Weiterbildung aufzusetzen.  

Der Digitaltag wird getragen von der Initiative „Digital für alle“, einem Bündnis von 28 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand. Erklärtes Ziel ist die Förderung der digitalen Teilhabe. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.

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Die Begeisterung fürs Lesen digital wecken

MENTOR - Die Leselernhelfer e.V. und Volkshochschulen beteiligen sich am Digitaltag 2020

Bonn/Köln. "Digitales Lesen: Ein Buch ohne Seiten ist doch kein Buch?" So lautet der Titel eines Webinars, das der MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverband e.V. zum deutschlandweit ersten Digitaltag am 19. Juni 2020 anbietet. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) kooperiert mit MENTOR und ist Partner des Digitaltags.

Das kostenfreie Webinar von 10 Uhr bis 11.30 Uhr richtet sich an alle, die sich grundlegend über das digitale Lesen und über die ehrenamtliche Lese- und Lernförderung von MENTOR informieren möchten. Prof. Dr. Jan Boelmann, Pädagogische Hochschule Freiburg, und weitere Experten des Projekts "MENTOR - Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen" vermitteln Grundlagen für die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen mit Lese-Apps und Internetseiten.

Die aktuelle PISA-Studie hat gezeigt, dass jeder fünfte 15-Jährige nicht auf Grundschulniveau lesen kann. Ihnen fehlt damit die zentrale Voraussetzung für ihren Bildungserfolg. Um das zu ändern, engagieren sich 12.500 Ehrenamtliche unter dem Dach des MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverbands. In 25 Kommunen kooperiert der Verband mit Volkshochschulen. Um Kinder und Jugendliche zusätzlich auch digital mit Tablets und Lese-Apps zu fördern, hat der Verband bereits im Januar 2020 das Projekt "MENTOR - Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen" gestartet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt.

Die ersten Digitalseminare fanden an der Volkshochschule Neuss statt. Dr. Marie Batzel, Direktorin der vhs Neuss, sieht viel Potential: "Unsere Bildungsziele und die von MENTOR decken sich stark: Die Alphabetisierung ist eines der wichtigsten Ziele der vhs, dabei unterstützen wir bei MENTOR die Leseförderung für Kinder und Jugendliche und die Erwachsenenbildung gleichzeitig. Auch Volkshochschulen müssen die Digitalisierung voranbringen." Deshalb engagiert sich der DVV als Partner des ersten bundesweiten Digitaltags mit dem Ziel, die digitale Teilhabe aller zu fördern.

Gerade jetzt in der Corona-Krise nutzen viele Lesementoren digitale Werkzeuge, um die Leseförderung aufrechtzuerhalten. Margret Schaaf, Vorsitzende des MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverbands, erläutert: "Wir haben das digitale Lesen eingeführt, damit Kinder und Jugendliche, die sich gegen gedruckte Texte sperren, einen weiteren attraktiven Anreiz zum Lesen lernen erhalten. Ein weiterer Grund war, den meist älteren Lesementoren Perspektiven und Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln."

Das Erfolgsprinzip der Leseförderung basiert auf der 1:1-Förderphilosophie: Ein Mentor fördert ein Kind mindestens ein Jahr lang, eine Stunde pro Woche. "Ein weiterer Erfolgsbaustein sind die Einführungsseminare und Weiterbildungsangebote für alle ehrenamtlichen Mentoren. Dabei arbeiten bereits 25 der deutschlandweit 88 regionalen MENTOR-Vereine erfolgreich mit Volkshochschulen zusammen," führt Andrea Pohlmann-Jochheim, Vorstand Weiterbildung, MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverband e.V., aus.

Weitere Informationen: https://digitaltag.eu/aktion/digitales-lesen-buch-seiten-buch

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MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverband e.V.

Agnes Gorny

Tel.: 0177 7934779

E-Mail: gorny@mentor-bundesverband.de

https://www.mentor-bundesverband.de/


 

Volkshochschulen stärken Widerstandskraft gegen Fake News

Politische Bildung gegen Verschwörungserzählungen in der Corona-Krise

Bonn. Unter dem Eindruck vermehrter Demonstrationen gegen das staatliche Corona-Krisenmanagement sehen sich die Volkshochschulen in Deutschland in ihrem Angebot einer Bildungspartnerschaft bestätigt. In einem Schreiben an Bund und Länder hatte der Deutsche Volkshochschul-Verband die Weiterbildung für mehr Medienkompetenz als eines von vier Kooperationsfeldern angeregt.

Wie bewältigen die Menschen die Informationsflut in der Corona-Krise? Wie unterscheiden sie wesentliche Informationen von Falschmeldungen und gezielter Desinformation?

Volkshochschulen verfügen über wertvolle Kurskonzepte und Materialien, um die Widerstandskraft der Menschen gegen Verschwörungserzählungen und Fake News zu stärken. „Wir sehen mit Sorge, wie Ängste und Unsicherheiten von Bürgerinnen und Bürgern in der Corona-Krise gerade von populistischen Kräften aufgegriffen werden, um sie gezielt in Wut zu verwandeln. Das schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gefährdet unsere Demokratie“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), Martin Rabanus.

Um Fake News und Verschwörungsmythen zu erkennen und sie von richtigen Informationen unterscheiden zu können, müssen wir lernen, Meldungen kritisch zu hinterfragen. Bereits im März 2020 hat das Team Prävention und Gesellschaftlicher Zusammenhalt des Deutschen Volkshochschul-Verbands eine Checkliste zum Thema „Umgang mit Fake News und Verschwörungserzählungen in Zeiten der Corona-Pandemie“ (www.volkshochschule.de/checkliste-gegen-fakenews) veröffentlicht. Denn unter den zahlreichen Meldungen zur Corona-Pandemie finden sich viele Falschmeldungen und abstruse Verklärungsversuche.

In Dresden, wo auch am vergangenen Wochenende wieder hunderte Menschen gegen die, aus ihrer Sicht, überzogenen Corona-Schutzmaßnahmen demonstrierten, hat die Volkshochschule das Phänomen der Verschwörungserzählung schon frühzeitig in einem Online-Kurs aufgegriffen. Die bayerische Initiative vhs.Daheim plant für 8. Juni einen Live-Stream-Vortrag mit dem Rechtsextremismus-Experten Robert Andreasch, um die verschiedenen Strömungen der aktuellen Protestbewegung unter die Lupe zu nehmen. In NRW kooperieren die Volkshochschulen Gütersloh, Kaarst-Korschenbroich, Rhein-Erft und Wesel und klären in einem virtuellen Kursraum der vhs.cloud gemeinsam über Fake News und Desinformation rund um Corona auf.

Aus Sicht der Volkshochschulen geht es darum, das Urteilsvermögen der Menschen zu stärken, denn die Vielzahl digitaler Kanäle konfrontiert uns gerade in Krisenzeiten mit einer Fülle teilweise hochkomplexer Informationen. Gerade dann wirken Vereinfachungen und Halbwahrheiten besonders verführerisch.

„Demokratiebildung ist seit ihrer Gründung eine Kernkompetenz der Volkshochschulen. In Zeiten zunehmender Digitalisierung geht sie Hand in Hand mit digitaler Bildung und Medienbildung“, sagt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus.

Um gerade Jugendliche und junge Erwachsene für einen kritischen Umgang mit Fake News zu rüsten, hat die Zentralstelle für politische Jugendbildung im DVV gemeinsam mit dem Grimme-Institut, Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH, eine Online-Modulbox mit Materialien und Kurskonzepten entwickelt. Geeignet ist die Modulbox auch für die Medienbildung von Erwachsenen. Neben Volkshochschulen können auch andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung sowie Schulen das Paket kostenlos anfordern unter politischejugendbildung@dvv-vhs.de. Weitere Informationen unter www.volkshochschule.de/modulbox-medienbildung.

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Lernportal der Volkshochschulen sorgt für Kontinuität bei der Integration

Zugewanderte können Integrations- und Berufssprachkurse online fortsetzen

Bonn. Auch in Zeiten ruhender Präsenzkurse können Migrantinnen und Migranten mit Hilfe des vhs-Lernportals weiterhin Deutsch lernen. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), Betreiber des Lernportals, verzeichnet in der aktuellen Corona-Krise eine enorme Nachfrage: Rund 150.000 neue Lernende und mehr als 10.000 Lehrkräfte haben sich im Monat April im vhs-Lernportal registriert, seit das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Online-Tutorierung von Integrations- und Berufssprachkursen mit dem vhs-Lernportal fördert. „In der aktuellen Krise ist gesellschaftlicher Zusammenhalt besonders gefordert. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass Zugewanderte den Deutscherwerb fortsetzen können, um vorhandene Sprachkenntnisse nicht wieder zu verlernen, um im Austausch zu bleiben und um Nachrichten und Verhaltensregeln verstehen zu können. Kurz: Um ihre gesellschaftliche Teilhabe nicht zu verlieren“, sagt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus. 

Bundesweit bieten Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen die BAMF-geförderten „Online-Tutorien“ mit dem vhs-Lernportal an. Dabei handelt es sich um virtuelle Lerngruppen, die von anerkannten Lehrkräften mit passenden Aufgaben versorgt und beim Lernen betreut werden. Für die Teilnehmenden ist dies ein freiwilliges Zusatzangebot.

„Seit die Kurse unterbrochen wurden, lief bei uns das Telefon heiß. Viele hatten Sorge, alles zu vergessen und wollten weiter lernen“, berichtet Maria Seiter, Fachbereichsleiterin an der vhs Bingen. „Die Online-Tutorien mit dem vhs-Lernportal haben uns in dieser Situation gerettet, zumal im Lernportal sowohl die Lernumgebung als auch die Inhalte schon komplett zur Verfügung standen“, betont Seiter. Ihre Teilnehmenden hätten das Angebot dankbar angenommen und seien nun sehr engagiert dabei.

Das kostenlose vhs-Lernportal, das mithilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt wurde, umfasst digitale Deutschkurse für alle Niveaustufen des Integrationskurses. Es ist in 18 Sprachen übersetzt, so dass auch Anfänger damit lernen können, und erfordert keine technische Ausstattung. Es genügen ein Smartphone und eine Internetverbindung. Über eine einfache Benutzeroberfläche können Lehrkräfte ihre Lerngruppen anlegen, ihnen passende Übungen zuweisen und sie beim Lernen begleiten.

Nicht nur für die Teilnehmenden, auch für die Lehrkräfte bedeutete die Unterbrechung der Kurse einen großen Einschnitt. Denn die Mehrheit von ihnen ist freiberuflich tätig. „Die Online-Tutorien sind für uns daher auch eine wichtige Möglichkeit, den Lehrkräften einen Verdienst zu ermöglichen“, meint Angelina Stern, die an der Hamburger Volkshochschule das Zentrum für Deutsch als Fremdsprache leitet. Gleichzeitig böten die Online-Kurse auch die Gelegenheit, Expertise für die Zeit nach der Krise aufzubauen. „Wir machen gerade Digitalisierung im Turbogang“, sagt Stern. Jetzt seien die Kursleitenden offen für die neuen Möglichkeiten und entsprechend ausgebildet. Denn auch nach Corona werde nichts sein wie zuvor, vermutet Stern. „Wir werden zukünftig Präsenzkurse sicherlich verstärkt mit Online-Lernen kombinieren“, ist Stern überzeugt.

Aus Sicht des DVV-Vorsitzenden Martin Rabanus unterstreicht die aktuelle Nachfrage nach dem vhs-Lernportal das Potenzial einer Bildungspartnerschaft, wie sie der DVV angeboten hat, um mit Hilfe der Weiterbildung das Krisenmanagement von Bund und Ländern zu flankieren. „Jetzt, da Online-Lernen Hochkonjunktur hat, sind wir froh, dass wir mit dem vhs-Lernportal ein leistungsfähiges Werkzeug von höchster sprachdidaktischer Qualität anbieten können“, erklärt Rabanus. „Es sorgt weit über die vhs-Community hinaus dafür, dass die Integration von Zugewanderten an der Schlüsselstelle, nämlich beim Spracherwerb, nicht ins Stocken gerät.“

Die Volkshochschulen sind der wichtigste Anbieter von Integrationskursen in Deutschland. Knapp 40 Prozent aller Teilnehmenden lernen an einer vhs und jede dritte Einrichtung, die die Integrationskurse im Auftrag des BAMF durchführt, ist eine Volkshochschule. Von der Unterbrechung der Integrations- und Berufssprachkurse sind aktuell circa 200.000 Migrantinnen und Migranten betroffen. Das vhs-Lernportal, das als offizielles Online-Lehrwerk für den Integrationskurs vom BAMF zugelassen ist, steht nicht nur Volkshochschulen, sondern allen rund 1600 Integrationskursanbietern in Deutschland kostenlos zur Verfügung.

Kontakt

Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.

Celia Sokolowsky

Projektleiterin vhs-Lernportal – Deutsch lernen

Tel. 0049 228 97569 151

sokolowsky@dvv-vhs.de

Gerne vermitteln wir Interviewpartner in Volkshochschulen, die von ihren praktischen Erfahrungen mit dem Sonderprogramm zum Online Deutschlernen berichten können.


 

Volkshochschulen bieten Bildungspartnerschaft in der Corona-Krise an

vhs-Bildungsangebote können Krisenmanagement von Bund und Ländern flankieren

Bonn. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) e. V. hat Bund und Ländern eine Bildungspartnerschaft angeboten, um so das Krisenmanagement in der Corona-Krise zu flankieren. „Krisenzeiten bringen besondere Bildungsbedürfnisse hervor“, verdeutlicht DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Als Orte des lebenslangen Lernens und des gesellschaftlichen Dialogs können Volkshochschulen auch und gerade jetzt Aufklärung und Austausch fördern.“ Insbesondere seien sie in der Lage, Menschen für den souveränen Umgang mit digitalen Medien zu qualifizieren. Und auch beim schrittweisen Wiedereinstieg in den geregelten Schulbetrieb könnten Volkshochschulen wertvolle Unterstützung leisten, sagt die DVV-Präsidentin.

Gerade jetzt, da der gesellschaftliche Zusammenhalt besonders gefordert ist, gewinne der Leitgedanke der Volkshochschulen, „Bildung für alle“, an Bedeutung, heißt es in einem Schreiben der DVV-Verbandsspitze an die Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz. Es gelte nun, die gesamte Bildungskette einschließlich der Weiterbildung zu aktivieren, damit Menschen jeden Alters gut informiert sind und die schwierige Phase bestmöglich bewältigen können.

Nach Auffassung der Volkshochschulen verdeutlicht die aktuelle Hochkonjunktur digitaler Angebote die Gefahr einer digitalen Spaltung der Gesellschaft, da nicht jeder in der Lage sei, digitale Medien und Instrumente zu nutzen. Dem wollen Volkshochschulen mit einem breiten und niederschwelligen Kursangebot entgegenwirken – maßgeblich realisiert mit der vhs-eigenen Cloud. Die aktuelle Lage unterstreicht aus Sicht der Volkshochschulen die Notwendigkeit eines Digitalpakts auch für die Weiterbildung, um das Kursangebot bedarfsgerecht auszubauen.

Großes Potenzial bietet außerdem eine stärkere Verzahnung von Schule und Volkshochschule. Volkshochschulen bieten an, den Unterrichtsbetrieb an Schulen zu unterstützen, beispielsweise mit qualifizierter Lernbegleitung durch vhs-Dozentinnen und Dozenten oder in Form von Kursen zur Lehrer*innen-Fortbildung.

In der aktuellen Corona-Krise steige auch der Bedarf an spezifischen Schulungen, beispielsweise zu Hygieneregeln. „Volkshochschulen verfügen über weitreichende Kompetenzen und Erfahrungen in der Gesundheitsbildung. Sie können dazu beitragen, die Akzeptanz der Regeln zum allgemeinen Gesundheitsschutz zu erhöhen und ihre Anwendung einzuüben“, erläutert DVV-Präsidentin Kramp-Karrenbauer. Mit Informationen und der Gelegenheit zum Dialog können Volkshochschulen vielen Menschen zudem Orientierung bieten: „Es ist jetzt wichtig, die Widerstandskraft gegen Fake News und Verschwörungstheorien zu stärken und gemeinsam Rücksicht und Solidarität zu üben, damit wir als demokratische Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgehen können.“    

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Simone Kaucher, Pressesprecherin, Tel. 0228 / 975 69 – 11, E-Mail: kaucher@dvv-vhs.de


 

talentCAMPus-Ferienbildung geht weiter – auch in der Corona-Krise

In den Osterferien findet kulturelle Kinder und Jugendbildung digital statt

Bonn. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) kann sein Ferienbildungskonzept talentCAMPus fortsetzen. Es ist Teil des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nach Abschluss der Zwischenbegutachtung entschieden, die Förderung wie geplant weiterzuführen. Volkshochschulen und ihre lokalen Partner können also bis 2022 bundesweit Ferienbildungsprojekte für neun- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche umsetzen. Trotz der aktuellen Corona-bedingten Schutzmaßnahmen bieten etliche Volkshochschulen Ferienbildung an, indem sie vermehrt digitale Instrumente einsetzen.

talentCAMPus richtet sich in erster Linie an junge Menschen, die von sozialen Risiken betroffen sind. „Die andauernde Schließung von Schulen, Volkshochschulen und anderen außerschulischen Bildungseinrichtungen bedeutet für Kinder und Jugendliche mit schwierigen Bildungsvoraussetzungen vielfach eine Verschärfung ihrer Benachteiligung“, sagt Julia von Westerholt, Direktorin des DVV. Volkshochschulen und ihre lokalen Bündnispartner suchten deshalb nach Wegen, wie sie den Kindern und Jugendlichen, die ohnehin einen erschwerten Zugang zu Bildungs- und Kulturangeboten haben, auch jetzt ein interessantes und kostenfreies Angebot der kulturellen Bildung machen können.

Das notwendige Instrumentarium haben die Volkshochschulen mit ihrer eigenen digitalen Lernumgebung, der vhs.cloud. „Kulturelle Bildung ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gerade jetzt besonders wichtig und erfordert nicht zwangsläufig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer physisch zusammenkommen“, sagt Projektleiter Michael Kempmann. In den talentCAMPus-Projekten erleben die Kinder und Jugendlichen interessante Angebote der kulturellen Bildung, die mit der Vermittlung weiterer Kompetenzen verbunden sind. „Gerade solche Zeiten zeigen, wie wichtig der Umgang mit Medien ist“, so Kempmann. „Deshalb freuen wir uns sehr, dass unsere Bündnisse für Bildung trotz Corona-Krise spannende Projekte durchführen – und dabei mit Kindern und Jugendlichen neue digitale Werkzeuge nutzen.“

Das Bündnis um die Volkshochschule Berlin-Neukölln beispielsweise hatte ein theaterpädagogisches Projekt mit dem Titel „Verehrte Werte!?“ geplant. Kurzerhand wurde umdisponiert: Die Teilnehmer*innen werden, frei nach dem Motto „Stay safe! Stay at home!“, zu Expert*innen des eigenen Alltags in der Krise, indem sie Veränderungen in ihrem Zuhause per Video dokumentieren, Interviews mit den Familienmitgliedern führen und ihre eigenen Gedanken und Gefühle in einem Tagebuch erfassen. In der täglich stattfindenden Videokonferenz werden die Arbeitsergebnisse gezeigt, besprochen und durch Tipps aus Filmtechnik und Theorie ergänzt.

Im Projekt „Hoffnung – das Gegenteil von Angst“ beschäftigen sich die Neuköllner Teilnehmer*innen anhand von eigenen Texten, Choreografien und Videos mit der Frage, wie Angst eine Gesellschaft auseinanderreißt und was dieser Angst entgegengesetzt werden kann.

Das Bündnis der vhs Rhön und Grabfeld im nördlichen Bayern hat ebenfalls spontan umstrukturiert und sich die Möglichkeiten des Internets zunutze gemacht: In einem Theater-Projekt beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen unter anderem mit Schauspieltechniken sowie Gebärdensprache und üben sich anhand eines per Post zugesendeten professionellen Theaterschminkkastens in der Maskenbildnerei. Im Projekt „Go on Dancing - Feel the Beat and Move Your Feet!“ lernen die Teilnehmer*innen in der ersten Osterwoche per Video-Stream Breakdance und Hiphop-Tanz. Im lernzielorientierten Angebot geht es vor allem um EDV- und Medienkompetenz.

Einen experimentellen Ansatz verfolgt die vhs Köln in Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus der HipHop-Szene: Auf der Website kissfriend.com ist ein virtueller Raum zum interaktiven Ausprobieren entstanden, in dem gemeinsam Talente entdeckt, gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert und innovative Sounds und Videos kreiert werden.

In der kulturellen Bildungslandschaft Weimars spielt talentCAMPus seit Jahren eine große Rolle. Hier sollen geflüchtete Kinder in den Osterferien weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Deutschkenntnisse anhand von aufeinander aufbauenden Übungsblättern zu verbessern. Außerdem wird bildungsfernen Kindern eine analoge „Zirkuswundertüte“ mit unter anderem Trainings-, Spiel- und Bastelanleitungen, Malvorlagen, Zirkus- und Zaubertrickutensilien, Geschichten zum Weiterschreiben, persönlichen Briefen und Gedichten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus können sie sich Zirkusgeräte wie Einräder, Diabolos und Jonglierbälle leihen. Über Chat, Videokonferenz und Telefon stehen die jungen Menschen mit den Dozent*innen in regelmäßigem Kontakt und werden bei ihren zirkuspädagogischen Fortschritten begleitet.

„Kommunikation über Video-Chat, Filmaufnahmen und Fotografie mit dem Handy, Geschichten schreiben mit Texterstellungs- und Plakatgestaltung mit Bildbearbeitungsprogrammen: All das verbessert die Medienkompetenz der Teilnehmer*innen,“ so talentCAMPus-Projektleiter Kempmann. Und auch das momentan allgegenwärtige Thema Corona-Pandemie könne aufgegriffen werden, indem die Jugendlichen beispielsweise für Fake News, also für Falschmeldungen im Internet, sensibilisiert werden.

Weitere Informationen: https://www.volkshochschule.de/talentCAMPus/

Kontakt

Michael Kempmann – Projektleiter talentCAMPus

Telefon: 0228-97569-792

Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.


 

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert Deutsch lernen online mit dem vhs-Lernportal

Bonn/Nürnberg. Wegen der Covid19-Pandemie pausiert derzeit der Präsenzkursbetrieb an Volkshochschulen und in anderen Bildungseinrichtungen. Dies betrifft auch die Integrations- und Berufssprachkurse für Zugewanderte. Um den Lernfortschritt der Teilnehmenden zu erhalten, fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ab sofort für die Dauer von bis zu drei Monaten Online-Tutorien zum Deutsch lernen. Mit Hilfe des vhs-Lernportals (www.vhs-lernportal.de), der kostenlosen Lernplattform des Deutschen Volkshochschul-Verbands, können Dozentinnen und Dozenten der Bildungsträger Lernende in Integrationskursen online betreuen.

„Der Bundesregierung ist es wichtig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse festigen und das bereits Gelernte nicht verloren geht. Mit dem vhs-Lernportal steht ihnen eine erprobte und anerkannte Lernplattform zur Verfügung, mit der sie die Wartezeit bis zur regulären Fortführung der Kurse sinnvoll nutzen können“, betont Uta Saumweber-Meyer, Leiterin der Abteilung „Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ beim BAMF.

Das vhs-Lernportal wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt. Die Online-Kurse auf der Plattform orientieren sich am Rahmencurriculum des Integrationskurses und sind vom BAMF als bislang einziges digitales Lehrwerk zugelassen. Lehrkräften steht im vhs-Lernportal eine eigene Nutzeroberfläche zur Verfügung. Sie können Lerngruppen anlegen, die Lernaktivitäten ihrer Teilnehmenden beobachten und Übungen individuell oder gruppenbezogen zuweisen. Da das vhs-Lernportal für die Nutzung auf Smartphones optimiert ist, können die Lernenden ihre eigenen Geräte verwenden.

„Als Betreiber des vhs-Lernportals freuen wir uns, wenn viele Menschen von unseren digitalen Angeboten profitieren können“, sagt Gundula Frieling, stellvertretende Direktorin des Volkshochschul-Verbands, und ergänzt: „Für die Lehrkräfte bietet die Förderung durch das BAMF eine Möglichkeit, einen Teil ihres Unterrichtsausfalls zu kompensieren.“ Um die rund 900 Volkshochschulen und alle weiteren Bildungsträger bei der vorübergehenden Umstellung ihres Unterrichts auf E-Learning zu unterstützen, bietet der Verband kostenlose Online-Schulungen für Lehrkräfte an.

Die aktuell unterbrochenen Berufssprachkurse sollen, so der Wunsch des BAMF, möglichst in virtuellen Klassenzimmern fortgeführt werden. Zusätzlich können aber auch in den Berufssprachkursen  Online-Tutorien mit dem Lernportal gefördert werden.

Das BAMF hat die Träger der Integrations- und Berufssprachkurse bereits über die Möglichkeiten der virtuellen Klassenzimmer im vhs-Lernportal informiert.

Weitere Informationen: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Integration/Integrationskurse/Kurstraeger/Traegerrundschreiben/2020/traegerrundschreiben-09_20200330.html

 

Pressekontakt:

Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.
Celia Sokolowsky
Projektleiterin vhs-Lernportal – Deutsch lernen
Tel. 0049 228 97569 151
sokolowsky@dvv-vhs.de



 

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