10 Tage in Faro, Portugal

Avatar of Madlen Seidewitz Madlen Seidewitz - 28. Februar 2018 - Erasmus+ Mobilitäten

Der Tag vor der Abreise

Meine Reise begann schon am Sonntag abend. Ein Mitarbeiter der Sprachschule rief mich an und erklärte  mir das er meinen Flug für den Transfer nicht finden könne. Ich war entsetzt denn die Reise sollte ja am nächsten Tag losgehen. Nachdem ich die Flugdaten kontrolliert hatte,  stellte ich ebenfalls fest dass der gebuchte Flug nicht mehr vorhanden ist.  Leider hatte ich bei Niki gebucht,  der Tochterfirma von Airberlin,  welche ja Pleite gegangen ist. Somit war das Geld weg und ich muss mir einen neuen Flug buchen. Ich war sehr froh das der Mitarbeiter mich abends kontaktiert hat.  Ich wäre sonst zur falschen Zeit in Berlin am Flughafen gewesen und hätte gar nicht nach Portugal fliegen können. Aber durch die sehr nette Geste,  konnte ich abends einen neuen Flug buchen und die Reise wie geplant starten. 

Die Anreise Sonntag 07.01

Durch die Umbuchung das Fluges ging der Flieger schon 6:00 Uhr morgens von Berlin.  Der Flug ging 3 Stunden und war leer so dass ich gemütlich über drei Sitze schlafen konnte.  Ich erreichte Faro neun Uhr morgens. Es war schön warm und sonnig, einfach toll. Am Flughafen holte mich der Taxifahrer ab und fuhr mich zur Schule. Bei der Schule wartete Nidia und nahm mich in Empfang.

Ich war im Studentenhaus untergebracht,  dieses lag direkt gegenüber der Schule.

Es war ein komplettes Haus mit 4 Zimmern, Küche,  zwei Bädern, Waschmaschine, Bügelbrett, Ofen und großer Dachterrasse, es war einach alles da was man brauchte.

Nidia erklärte mir kurz alles und ging dann. Ich hatte das ganze Haus für mich alleine. Dodo, auch eine Studentin aus Deutschland reiste erst den nächsten Tag an.

Ich packte meine Sachen gemütlich aus, kochte Kaffee und machte mir es auf der Terrasse gemütlich. Es war ja T-Shirt Wetter im Januar J Abends ruhte ich mich dann einfach aus.

Tag 1 Montag 08.01.

Die Schule beginnt 9:00 Uhr. Ich habe gefrühstückt und bin dann zur Tür hinaus, die Straße rüber und war dann auch schon angekommen. Das war sehr angenehem. J

Wir begannen mit einer Vorstellrunde und der Aufteilung der Gruppen nach Wissensstand. Einige hatten den Kurs gerade angefangen, andere waren schon weiter und noch andere waren fast fertig. Es war eine bunte Mischung aus Franzosen, Spaniern, Australiern und Deutschen, und natürlich unsere portugiesischen Lehrerinnen.

Wir begannen mit dem administrativen Teil, wann der Unterricht beginnt, wie die Woche abläuft, wer mit wem unterricht hat und von wem unterrichtet wird.

Da ich keine Vorkenntnisse hatte und Jörg, der andere Deutsche auch nicht, brauchten wir keinen Test machen und somit waren wir schon mal Gruppe 1. Die anderen mussten noch eingestuft werden und kamen dann auch in eine andere Gruppe.

Danach wurden die Klassen aufgeteilt und es ging auch gleich los.

Morgends Unterricht bei Lurde und nachmittags bei Denise.

Wir fingen bei Denise an und haben gleich erste Sätze gebildet, wie heißt du, woher kommst du etc. Sie hat das richtig gut gemacht und erklärt. Gegen 15 Uhr war der Unterricht dann vorbei und ich ging wieder rüber zum Haus. Nach dem Unterricht musste ich immer noch zusätzlich etwas arbeiten. Nach all den Eindrücken habe ich den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Tag 2 Dienstag 09.01.

Der zweite Tag begann mit Lurde, eine ca. 70 jährige alte kleine Frau. Sie war so eine richtige Portugiesin. Jörg und ich waren ja zu zweit, das hatte einen sehr großen Vorteil denn es konnte ein sehr intensiver Unterricht stattfinden und auf Fragen besser eingegangen werden, das war großartig. Wir starteten mit unserem Lehrbuch und gingen Passage für Passage durch. Jörg fing an zu lesen,  Ich wiederholte den gleichen Text.  Wir übersetzten Texte, sprachen gemeinsam und Lurde gab uns immer Hilfestellung und ging auf Fragen ein. Am Whiteboard konnten wir alles bildlich darstellen, dass war sehr hilfreich zum Notieren und Verinnerlichen.

Nachmittags hatten wir dann wieder tollen Unterricht bei Denise, die sehr gute didaktische Fähigkeiten besitzt. Alles wurde sehr klar und ausführlich erklärt. Traten im Text fragen auf, auch außerhalb der eigentlichen Thematik, wurden diese Unklarheiten erstmal beseitigt. Da wir nur zu zweit waren, war es fast wie Privatunterricht. Megatoll.

 

Am Abend erreichte dann auch Dodo aus Deutschland die Studentuntertkunft, sie blieb für eine Woche. Sie war schon wesentlich weiter und hatte auch Privatunterricht gebucht, so dass wir uns nur nach der Schule sehen konnten. 

Ich hatte mich zusätzlich schon erkundigt, wo und wann den in Faro Capoeira Training stattfindet. Ich kenne den Mestre der Gruppe und wollte ihn auch unbedingt besuchen.

Tag 3 Mittwoch 10.01.

Dodo und ich trafen uns morgends immer und gingen auch gemeinsam rüber. 

Jörg und ich hatten wieder bei Lurde Unterricht. Sie machte das gut, wir haben das Alphabet gelernt, Aussprache, Verben und Zahlen. Es ging alles sehr gut mit Hilfe unseres Lehrbuches. Zur Frühstückspause gingen wir alle gemeinsam, auch die der anderen Gruppe gemütich einen Cafe gegenüber der Straße trinken. Dort gab es einen leckeren Bäcker wo wir immer mit ca. 7 Leuten gesessen haben. Am Tisch wurden dann sämtliche Sprachen gesproche, deutsch, englisch, spanisch und portugisisch. 

Nachmittags hatten wir wieder bei Denise. Sie kam ab und zu mit anderem Lernmaterial, aus einem weiterem Buch, es war wirklich sehr abwechslungsreich. Ach und ja, nicht zu vergessen, wir haben auch immer schön Hausaufgaben bekommen :)

 

 

Tag 4 Donnerstag 11.01.

Mit Lurde haben wir langsam angefangen, einfach mal loszuerzählen. Was haben wir gestern gemacht, was wollen wir heute oder morgen tun. 

Es ist wirklich ein riesen Unterschied zwischen, ich lese was ab oder ich spreche was eigenes. Der Kopf ist tatsächlich in dem Moment einfach leer ;) und es ist sehr anstrengend das Gelernte umzusetzen. Das war ganz schön heftig, die Erfahrung aber hat auch wirklich was gebracht. Das war sehr schön. 

Denise ist zur Zeit schwanger, und unser Kurs findet nahtlos ohne Pause statt. Wir haben unsere Früstückspause wieder entspannt beim Bäcker verbracht. 

Es war alles sehr gut organisiert und die Lehrerinnen sind sehr kompetent und hilfsbereit. 

Kristina war die Lehrerin der etwas fortgeschrittneren Gruppe, sie hatte auch die Einfühurng am 1. Tag übernommen. Sie teilte uns auch alles andere organisatorische mit. 

Heute hatten wir bei Denise diverse Einheiten mit dem CD Player sowie die Kontrolle der Hausaufgaben standen an. 

Was ich wirklich toll fand, dass jeder über seine Motivation portugisiesch zu lernen erzählen konnte. Es war ein guter Lernansatz, da es ja einen selbst betraf. Ich erzählte viel über Capoeira, und dass ich zum Training gehen will und Jörg, will mit seiner Frau nach Portual ziehen und möchten deswegen gern portugiesisch sprechen.

 

Und tatsächlich, abends ging ich zum Capeoiratraining. Es war super, ein kleiner Bus fuhrt mich direkt von der Schule bis fast vor die Schule wo das Training stattfiindet. Es war ein tolles Wiedersehen, da ich einige der Leute schon aus Worskhops von Deutschland her kannte. Wir hatten großen Spass und ich erzählte dass ich einen Sprachkurs mache, für 2 Wochen hier sei und natürlich nochmal kommen wollte.

Abends schatzte ich dann mit Dodo über die Erlebnisse.

Tag 5 Freitag 12.01.

Heute lernten wir Bestellungen mit Hotel, Gegensätze, verschieden Räume, wir mussten Dialoge ausfüllen. Mit Jörg zusammen war es sehr schön, wir konnten diese immer zuweit machen und dann wechseln ab und zu hat Lurde auch mitgemacht. 

Heute hatten wir den Bäcker gewechselt und saßen gemütich in der fast schon heißen Morgensonne bei einem leckeren Galao, ein 1,- euro teurer Milchkaffee. Ich hatte Jörg und seiner Frau auf 2 Galaos eingeladen, als die Verkäuferin meinte ich soll 3 euro zahlen war ich doch sehr verblüfft. Hier in Deutshland kriegt man nicht mal einen mitunter für den Preis. 

Am Nachmittag ging ich dann in die Stadt. Was für eine schöne Altstadt. 

Ich habe mir Esse bestellt in einem kleinen Restaurant mitten in einer kleinen Gasse. Die Sonne schien, ich konnte gemütlich draußen sitzen und ein schönes portugiesisches Essen genießen. Der Hund der Besitzer bettelte die ganze Zeit an meinem Tisch. :) 

Die Häuser und Gässchen war echt toll. Faro hat auch einen Hafen, den wollte ich mir auch noch ansehen. Zurück zu ging ich dann schön an der Promenade entlang. Faro ist klein und richtig gemütich, alles ist fußläufig erreichbar. Wundervoller Tag.

 

 

Tag 8 Montag 15.01.

Nach einem gemütlichen Wochenende mit Spaziergängen, viel schlafen, mit Freunden telefonieren und etwas am Rechner arbeiten, gehts los in die neue Woche. 

Dodo war am Samstag schon wieder abgereist sodass ich das ganze zweistöckige Haus für mich alleine hatte. 

Kristina hatte uns morgends den Ablauf für die kommende Woche gegeben, wir hatten jetzt sogar ein Block bei ihr. Sie war so eine temperamentevolle Portugiesin mit hohem Entusiasmus und Energielevel. Sie hat sich sehr um Ihre Schüler bemüht.

Die Aufgaben wurde immer komplexer. Das bilden von Sätzen mit verschiedenen Verben und Pronomen etc. war an der Tagesordnung. Wir blieben bislang immer in der Präsensform, zeitlich war einfach nicht mehr zumachen, allerdings meinte Kristina.. ein bisschen werden wir es wohl dochmachen.

Lurde hielt sich immer an das Lehrbuch und ging Seite für Seite durch. Manchmal fehlte mir hier der Lerneffekt. Nur durch Lesen und abarbeiten, stellte sich zumindest bei mir kein richtiger Aha Effekt ein. Ich fand es toll wenn man selber aktiv werden musste, dass ist wirklich fordernd.

 

Heute bin ich nachmittags zum Hafen gegangen. Echt tolle kleine süße Stadt.

Allerdings war es mir zu teuer sodass ich die Lokalität nochmal wechselte. Auf dem Weg dahin kam ich an Orangenbäumen vorbei. Das war das tollste überhaupt. Es war das erste Mal dass ich Orangen an Bäumen sah, ein wunderschönes Bild. Ich wunderte mich warum sie da überhaupt hingen ;) und nicht einfach gegessen werden. Haa.. ich kam schnell dahinter als ich eine kostete. Es war einfach mega sauer! absolut ungenießbar. und deswegen einfach nur sehr schön anzusehehen.

 

 

Tag 9 Dienstag 16.01.

Heute morgen übernahm Kristina einen Block mit Jörg und mir. Es war alles etwas anders heute. Jörg war auch nur vormittags da, so dass ich den Block mit Lurde ganz allein am Nachmittag hatte. 

Es war immer eine super Stimmung in der Schule. Mit Kristina sind wir die Wochentage, Uhrzeiten und Hobbies durchgegangen. 

 

Was witzig war, wir sollten erzählen was wir gestern gemacht haben. Es war die Hausaufgabe für den heutigen Tag. Wir sollten uns einen deutschen Feiertag aussuchen und beschreiben sowie was wir gestern gemacht haben.

Somit konnte ich gleich meine Story mit den Orangenbäumen rauslassen. Das war lustig wir haben alle gelacht. Jörg erzählte von einem Besuch eines Freundes und dass sie Bier zu Hause brauen. Ich erzählte noch vom Männertag, dass sich viel männliche Wesen auf die Fahrräder schwingen und jubeln und singen durch die Straßen fahren. 

 

Alles wurde auf dem Whiteboard notiert, anschließend ließ und Kristina die Sätze nachlesen und korrigierte uns. Toller Unterricht. 

Am Abend ging ich das zweite Mal zum Training, diesmal aber zu Fuß und sah mir die Stadt im Dunkeln an. 

Capoeira ist echt was feines, sie kommt aus Brasilien und es werden portugiesische Lieder gesungen. Ich hatte mir gedacht, dass wir auch einfach ein Lied in der Schule singen. Hatte mir das für den letzten Tag überlegt und was toll war alle machten, das heißt alle Schüler alle Lehrer. Der Plan war für Freitag gemacht :) 

Tag 10 Mittwoch 17.01.

Nur noch 2 Tage :( 

aber es ist erstaunlich wieviel man doch in der Lage ist, aufzunehmen. Ich war nach dem Unterricht auch immer ganz schön ermüdet, da es auch sehr viel neuen Input gab. Heute hatten wir wieder die normale Konstellation, morgends Lurde und Nachmittags Denise. 

Die Verben werden mehr und mehr, selbst zu sprechen ist wahnsinnig anstrengend. Es geht derzeit nur mit Zettel, aber es wird. Obwohl ich die gängigsten Verben schon mehrmals jetzt gehört habe, ist Sätze bilden eine echte Herausforderung, die riesen Spaß macht. Am schönsten finde ich wenn wir einfach drauf los erzählen dürfen, weil dann macht das Ganze am meisten Sinn. Ich finde das hat den größten Lerneffekt. 

Heute hatten wir den Fokus auch vermehrt auf der Aussprache. 

Denise hat es wirklich nachvollziehbar erklärt. 

Am Nachmittag nach der Schule war ich im Supermarkt und habe mir etwas Essen und Trinken besorgt. Da fand ich doch tatsächlich eine Deutsche Bio Ziegenmilch im Regal stehen. Gefallen haben mir auch die vielen vegetarischen Produkte. Vorallem aber die ganze Backwaren sind unglaublich, ich bin gar nicht so der Süßigkeitenesser aber das hatte sich dort spontan geändert. Bepackt mit Kaffee, Backwaren und Hafermilch machte ich es mir dann auf der Terrasse gemütlich. Ich konnte schön über die Stadt schauen, vorallem trug ich ein T.Shirt das war super, es war sonnig und angenehm warm.

Tag 11 Donnerstag 18.01.

Heute war der Tag wieder anders. Jörg kam nur Vormittags und nachmittags hatte ich dann mit Kristina einen Block gemeinsam, also richtig Privatunterricht. Wir haben über unsere Jobs erzählt, ich was ich so mache und sie was sie so macht. 

Ihr Mann und ich sind beides Designer, das war witzig, so hatten wir gleich eine gute Basis. Das ganze habe ich mit Hilfe der Zettel und Unterlagen in portugiesisch wiedergeben, Kristina notierte alles an der Tafel. Ich wiederholte das Ganze und sie korrigierte mich. Es war möglich dass sie die ganze Zeit portugiesisch sprach, es hat wirklich schon einigermaßen geklappt. Ich war sehr happy. 

 

Heute bin ich leider nicht zum Training abends gegangen, ich musste noch am Rechner etwas arbeiten und blieb heute zu Hause, telefnierte mit Freunden und Familie, die bibbernd im kalten Deutschland waren.

Morgen ist schon der letzte Tag :(

Tag 12 Freitag 19.01.

Heute war ich mit Jörg und Kristina im ersten Block, heute ist ja schon der letzte Unterrichtstag. Heute haben wir etwas mit den Zeitformen probiert und versucht etwas in der Vergangenheit auszudrücken. Sie hatte uns etwas mehr Einblick gegeben obwohl es theoretisch erst in der nächsten Lektion dran gekommen wäre. 

Zum Abschied hatte ich mir ja überlegt wir singen alle zusammen, das haben wir auch prompt erledigt. Da nicht alle Capoeira kennen, habe ich es auf dem Whiteboard in groben Zügen erklärt und im Anschluß haben wir alle schön musiziert und den Schultag ausklingen lassen. 

Es war eine schöne Zeit. 

Vielen Dank an euch alle.

Die Abreise Samstag 20.1.

Faro, es war schön mit dir. 
Ich habe noch das letzte Mal ein Frühstück auf der Dachterrasse genossen. 

Im Anschluß wurde ich zum Flughafen gebracht.

Es hat alles wunderbar geklappt. Vielen vielen Dank für die Erfahrung und das vermittelte Wissen! 

 

Tschüss und bis bald

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