Mein Aufenthalt in Dublin Juli 2017

Avatar of Agnieszka Olszewska Agnieszka Olszewska - 26. August 2017 - Erasmus+ Mobilitäten

Tag 1

Sonntag

Am Nachmittag habe ich den Flughafen Berlin Schönefeld erreicht.

Nach dem Check-In, direkt im Wartebereich in meinem Gate, habe ich mich mit Elisabeth, einer netten Dame aus Nordirland, unterhalten. Sie hat ihre langjährige Freundin aus Berlin besucht. Während des Deutschlandaufenthalts hat sie die Weltausstellung Reformation in der Lutherstadt Wittenberg besucht.

Wir haben pünktlich Dublin erreicht.

Gut war es, dass ich mich für die Option Abholen vom Flughafen entschieden habe. Nach der Passkontrolle bin ich in die Ankunftshalle gelangt, wo ich sofort ein Schild mit meinem Namen gesehen habe. Pat, der Gastvater, war derjenige, der mich abgeholt hat. Wir haben uns begrüßt und sind ins Parkhaus gegangen. Nach ungefähr 20 Minuten Autofahrt haben wir das Haus der Gastfamilie erreicht. Maudeen, die Gastmutter, hat mich begrüßt, mir mein Zimmer gezeigt und zum Abendessen eingeladen. Das von mir gebuchte Einzelzimmer befand sich in einem Flachbau im Hinterhofgarten. Klein, aber fein und ich hatte alles, was ich während meines kurzen Irlandaufenthaltes brauchte.

Nach dem Abendessen bin ich ins Bett gegangen. Vor dem Einschlafen habe ich mir noch die Reiseführer angeschaut, die in meinem Zimmer zur Verfügung waren.

Tag 2

Montag

Etwas aufgeregt bin ich noch vor dem Wecker wach geworden. Kein Wunder, schließlich habe ich ja eine Stunde Schlaf gewonnen. Ich war auch gespannt, was der neue Tag bringt. Pünktlich um 7 Uhr irische Zeit war ich am Frühstückstisch. Kurz nach 7 waren andere Gäste am Tisch: Juliet aus Frankreich und ein junger Mann aus der Schweiz.

Dann war es an der Zeit, die Unterkunft zu verlassen und sich auf den Weg zur Schule zu machen. Da es bereits Juliets zweite Woche bei der Gastfamilie war, hat sie sich noch vor meiner Ankunft bereit erklärt, mich zum Bahnhof mitzunehmen und mir dann den Weg zur Schule zu zeigen. Es war sehr nett von ihr. Die Station Coolmine war höchstens 5 Minuten Fußweg vom Haus der Gastfamilie entfernt, der Weg zum Bahnhof war echt einfach. Am Bahnhof angekommen hat mir Juliet gezeigt, wie ich meine Fahrkarte im Automaten ziehen soll. Kurz danach ist der Zug Richtung Connolly Station (Dublins Hauptbahnhof) angekommen. Wir sind eingestiegen und hatten ohne Probleme noch 2 Sitzplätze gefunden. Mit Juliet habe ich Polnisch gesprochen -  ihre Mutter ist Polin und sie war froh darüber, dass sie ihr Polnisch üben kann. Die Zugfahrt hat ungefähr 25 Minuten gedauert, dann haben wir noch einige Minuten gebraucht, bevor wir das Bahnhofsgebäude verlassen haben. Wieder hat mir Juliet gezeigt, wie es lang geht.

Kurz vor 9 Uhr haben wir die Schule erreicht. alphacollege.com

Ich habe mich am Empfang gemeldet und wurde dann mit weiteren Personen in ein anderes Gebäude gebracht, in einen großen Saal, wo die "Neuen" begrüßt wurden. Danach wurden uns Mappen mit Materialien ausgehändigt. Nach einer kurzen Einführung konnten wir mit dem schriftlichen Einstufungstest beginnen. Während des Schreibens wurden wir einzeln zum mündlichen Einstufungstest aufgerufen. Nach dem Test hatten wir eine kurze Pause. Einige von uns sind in die Cafeteria gegangen. Dort habe ich andere Schüler getroffen. Nach einer gewissen Zeit haben wir uns wieder im Saal versammelt. Die Ergebnisse des Tests haben darüber entschieden, wer in welche Gruppe gehen soll. Zusammen mit Catarina aus Italien und David aus Österreich wurden wir zu unserer Gruppe gebracht.

In der Gruppe waren wir insgesamt 10 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern, darunter Englischlehrer aus Italien oder Spanien. Die Gruppe wurde von 2 Dozenten unterrichtet: vor der Kaffepause von Katarina und nach der Pause von Fergus. Nach der Mittagspause, die ich zum Kauf der Wochenkarte genutzt habe, hatte ich Einzelunterricht mit John. Nach dem Unterricht bin ich ins Zentrum gegangen und anschließend zum Bahnhof. Am Abend hat mich der Gastvater ins Einkaufszentrum gebracht. Ich bin ins Kino gegangen, um mir den Film "Dunkirk" anzusehen.

Es war ein sehr gelungener Tag.

Tag 3

Dienstag

Auf dem Weg zur Schule habe ich mich mit anderen Studenten unterhalten. 

Im Kurs wurde uns das Thema des Projektes für die laufende Woche vorgestellt. Jeder Teilnehmer sollte am Freitag eine Sehenswürdigkeit Dublins presentieren, nach Möglichkeit "off the beaten track", also etwas, wo nicht alle Touristen anzutreffen sind.Ich habe mich bewusst für die "National Gallery of Ireland" entschieden, weil ich mir noch in Deutschland vorgenommen habe, dorthin zu gehen. Wegen des angespannten Kursprogramms und vor allem wegen der Öffnungszeiten der Galerie habe ich den Donnerstag für die Umsetzung meines Plans gewählt.

Der Unterricht war sehr interessant, gut strukturiert und abwechslungsreich. Es war gut, mal wieder auf der anderen Seite zu sein und aus einer anderen Perspektive die eigene Dozententätigkeit zu reflektieren. Aus der Teilnehmerperspektive konnte ich sehen, wie eine gute Sprachschule funktioniert.

Nach der Mittagspause hatte ich wieder Einzelunterricht mit John und danach bin ich in die Stadt gegangen. Mein erstes Ziel war eine Buchhandlung und danach habe ich das "Guinness Storehouse" besucht.

Am Abend habe ich mich noch mit den Gasteltern unterhalten.

Tag 4

Mittwoch

Nach dem General-English-Unterricht habe ich mich zum nahegelegenen Garten der Erinnerung, also "Garden of Remembrance", begeben und habe dort die Mittagspause verbracht. Das Wetter war herrlich und ein kurzer Zwischenstopp war ein Segen für meine wund gelaufenen Füße.

Danach stand das fachliche Highlight meiner Mobilität auf dem Programm, und zwar Job-Shadowing. Ich durfte den B1-Unterricht "Fluency Development" bei Fergus hospitieren. www.facebook.com/pg/Fergusteacher/about/

Die Zielgruppe bestand aus jungen Erwachsenen aus verschiedenen Ländern, die zum größten Teil ganz gut gesprochen haben, einige von ihnen hatten aber noch Probleme mit der englischen Grammatik.Vor der Hospitation habe ich ein paar  Aufgaben von Fergus erhalten - es ging um Methoden und Unterrichtsphasen. Anschließend haben wir den hospitierten Unterricht besprochen. Es war eine wertvolle Erfahrung und ich habe mich schon auf den nächsten Tag mit Job-Shadowing gefreut.

Tag 5

Donnerstag

Da es an dem Tag geregnet hat, habe ich mich entschlossen, in der Mittagspause in eine Bar in der Nähe der Schule zu gehen. Beim Lunch habe ich mich mit einer Dublinerin unterhalten, die mir fast ihren ganzen Lebenslauf erzählte und die Fotos der gerade 4 Wochen alten Enkelkinder aus New York zeigte. Darüber hinaus haben wir über die berufliche und familiäre Situation irischer Frauen früher und heute gesprochen.

Nach dem 2. gelungenen und sehr lehrreichen Tag Job-Shadowing bei Fergus konnte ich mich auf meine Präsentation vorbereiten und habe mich auf den Weg Richtung "National Gallery" gemacht. www.nationalgallery.ie

Ich habe gehofft, dass es mir gelingen wird, eine Eintrittskarte für die Ausstellung "Vermeer and the Masters of Genre Painting: Inspiration and Rivalry" zu bekommen. Und so war es tatsächlich. Ich musste sogar nicht besonders lange warten. Bevor ich die Sonderausstellung sehen konnte, habe ich mir viele der Kunstwerke angesehen, die man jeden Tag in der Galerie bewundern kann. Eine gute Idee war auch, den Museumsshop vor der Vermeer-Ausstellung zu besuchen. Qual der Wahl - Letztendlich habe ich etwas ausgesucht, was mich an meinen Galeriebesuch erinnern wird.

Auf dem Weg zum Hauptbahnhof habe ich eine traurige Situation gesehen. Ein Mensch wurde von einer Straßenbahn überfahren.

Bei der Gastfamilie angekommen, habe ich noch gute 2 Stunden mit Juliet verbracht. Es was ein interessantes Gespräch.


Tag 6

Freitag

Im ersten Teil des Vormittagsunterrichts haben wir den wöchentlichen Test geschrieben und im nachhinein Dublins Sehenswürdigkeiten präsentiert.

Danach war mein Englischkurs leider zu Ende. Das Gute war aber, dass ich einen freien Nachmittag zur Verfügung hatte. So bin ich nach Howth gefahren, um mir den Hafen und die Klippen anzusehen. Es war eine gute Entscheidung.

Tag 7

Samstag

Ursprünglich habe ich geplant, an dem Tag nach Belfast zu fahren. Letztendlich habe ich mich für den Ausflug entschieden, den die Schule organisiert hat. Das Ziel waren die wunderschönen Powerscourt Gärten und im nachhinein der Powerscourt Wasserfall. www.powerscourt.com/de/

Da ich nachmittags nicht so viel mit anderen Studenten unternehmen konnte, war es eine gute Gelegenheit, etwas Zeit außerhalb des Unterrichts miteinander zu verbringen und Leute aus anderen Gruppen kennen zu lernen.

Das Wetter hat mitgespielt. Es war ein sehr schöner Tag. Einige Zeit nach meiner Mobilität habe ich einen Artikel über die Powerscourt Gärten in der Volksstimme gelesen.

Tag 8

Sonntag

Meine Zeit in Irland ist wie im Flug vergangen. Ich musste mich von der Gastfamilie und Dublin verabschieden. Am Flughafen habe ich noch Rebeca aus meiner Gruppe getroffen. Wir haben uns noch eine Weile unterhalten. Mein Sitznachbar im Flugzeug war ein in Berlin lebender Musiker aus Bolivien. Wir haben die ganze Zeit Spanisch gesprochen. Das war auch eine interessante Erfahrung und auch ein Ansporn, meine Spanischkenntnisse auszubauen.

Von allen in der Dubliner Schule kennen gelernten Personen war ich die einzige, die nur eine Woche dort verbracht hat. Länger konnte und wollte ich meine kleine Tochter nicht vermissen, obwohl ich wusste, dass sie in guten Händen war.

Ich würde jedem empfehlen, so eine Chance zu nutzen, um seine Horizonte zu erweitern und international zu denken. Der Aufenthalt hat meine Erwartungen übertroffen. Ich konnte nicht nur interessante Leute und Orte kennen lernen, sondern auch viele Ideen für meine Dozententätigkeit, egal für welche Sprache, nehmen. Auch derjenige, der meint, ausreichend Lebens- und Berufserfahrung zu haben, soll so eine Möglichkeit nutzen. Durch Reisen wird man klug. Reisen erweitert den Horizont.

 

 

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